Ärger im Job

Nein, ein Arbeitsplatz ist keine Glasglocke und auch kein Elfenbeinturm. Am Arbeitsplatz tobt das Leben. Kein Gefühl, das dort nicht ausgelebt würde, mitunter impulsiv und häufig auch ohne jede Rücksicht oder Scham. Da sind oft starke Gefühle im Spiel. Anstand und Würde bleiben häufig auf der Strecke, denn es geht nicht selten um Konkurrenz und Existenz. Da will natürlich niemand Verlierer sein. Dazu gesellt sich dann noch die ganz normale menschliche Unzulänglichkeit, die auf mangelnde Reife und ungenügende Lernerfahrung zurückzuführen ist. Heraus kommt dann häufig ein atemberaubender Mix inakzeptabler Verhaltensweisen.

Mit anderen Worten: Anlass zum Ärger gibt es genug.

Es entstehen also fast täglich zahlreiche Anlässe für Frustration und Wut. Wer wüsste keine Beispiele dafür zu nennen?!

Umgang mit Ärger 

Die Frage ist nicht, OB man sich am Arbeitsplatz ärgert, sondern WAS man mit seinem Ärger anstellt. Da gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten:

  1. Man tut so, als wär nichts, ignoriert den Ärger und versucht sich zu beruhigen, indem man sich sagt, dass das Leben nun mal kein Wunschkonzert sei und man nicht allzu viel erwarten dürfe. Und überhaupt finde das richtige Leben ja sowieso erst nach Feierabend statt.
  2. Man sitzt es aus und wartet ab, dass sich alles von alleine wieder einrenkt. So wie Charlie Brown von den Peanuts, der erklärt: Wenn er ein Problem habe, würde er erst einmal gar nichts tun. Auf die Frage, ob er sich damit Zeit zum Nachdenken verschaffen wolle, verneint er und meint, er warte ab, damit das Problem genug Zeit zum Verschwinden hätte.
  3. Man sucht den Fehler bei sich selbst und macht sich Vorwürfe, sich die Dinge aber auch immer viel zu sehr zu Herzen zu nehmen.
  4. Man gibt anderen die Schuld, ist ungeheuer wütend auf bestimmte Personen und betrachtet sich als Opfer. Man tut sich leid und wünscht den Schuldigen die Pest an den Hals.
  5. Man analysiert die Situation bis ins Kleinste und versteht letzten Endes genau, was passiert ist und warum. Man kann das eigene Elend hervorragend erklären. Und belässt es dabei.

All diese Alternativen sind nicht sonderlich befriedigend. Sie haben zudem noch etwas anderes gemeinsam: Sie führen zu Passivität. Und damit zementieren sie das Problem.

Ärger als Signal 

Es gibt nur eine wirklich kluge Alternative zu den beschriebenen Reaktionen: Den eigenen Ärger als Signal verstehen. Wenn wir uns ärgern, dann bedeutet das, irgendetwas läuft nicht unseren Vorstellungen und Bedürfnissen entsprechend. Das Nächstliegende wäre dann wohl, die Sache in Ordnung zu bringen – statt zu lamentieren, sich leid zu tun, die Sache auszusitzen oder nach Schuldigen zu suchen.

Ärger ist eine starke Handlungsaufforderung! Eine Aufforderung, Verantwortung für das eigene Glück zu übernehmen. Das kann auf der mentalen Ebene oder auf der Handlungsebene passieren. Das heißt, wir können unsere Wahrnehmung, unsere Erwartungen etc. verändern, oder wir verhalten uns anders als zuvor. Je nachdem, was gerade am besten passt.

Ich erinnere mich an einen Kunden, der sehr unter seiner fordernden und ewig gestressten Chefin zu leiden hatte. Für ihn bestand die Lösung in der Veränderung seiner Wahrnehmung. Er hat sich nicht länger als Opfer dieser Chefin gefühlt, sondern als jemand, der bereitwillig seine ungeliebte Chefin als Preis für seinen Traumjob akzeptiert. Er liebte seine Arbeit und betrachtete sich als privilegiert, weil er zu den wenigen Menschen gehört, die ihre Arbeit wirklich mögen. Plötzlich erschienen die Probleme mit der Chefin viel weniger bedeutsam.

Es ist gleich, auf welcher Ebene wir etwas ändern – Hauptsache, wir sind uns der Bedeutung unseres Ärgers bewusst und nehmen die Herausforderung an, die darin liegt! Letzten Endes geht es immer darum, ein möglichst glückliches und erfülltes Leben zu führen. Sich dem eigenen Ärger gedankenlos hinzugeben – das wäre wahrhaftig kontraproduktiv.

Sollte Ihr Job Ihnen in irgendeiner Form Ärger bereiten und Sie haben noch keine klare Vorstellung, wie Sie die Sache angehen wollen, dann können Sie hier einen kostenfreien und unverbindlichen Termin für ein Beratungsgespräch mit mir vereinbaren. Einfach auf den Kalender klicken und Termin aussuchen!

 

 

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