Archiv für den Monat: April 2019

Work-Love-Balance

Wer mich kennt, weiß, wie wenig ich von Work-Life-Balance halte. Der Begriff ist unsinnig und richtet Schaden an. Denn er suggeriert, unsere Existenz sei zweigeteilt: Auf der einen Seite gibt es die Arbeit, auf der anderen Seite gibt es das Leben. Und nun muss man angeblich versuchen, diese beiden Bereiche auszubalancieren, weil sie ja offenbar nicht vereinbar sind. Das ist ausgemachter Blödsinn, denn viele von uns bekommen es ganz gut hin, auch am Arbeitsplatz lebendig zu sein. Anderen, das gebe ich zu, gelingt das weniger gut. Sie verhalten sich eher wie Marionetten oder Produktionsmittel. Vielleicht braucht man unter solchen Umständen tatsächlich so etwas wie eine Work-Life-Balance. Wobei ich doch sehr bezweifeln möchte, dass es tatsächlich möglich ist, einen ganzen Arbeitstag lang leblos zu bleiben –  und dann plötzlich zum Arbeitsende schlagartig zum Leben zu erwachen. Um schließlich einen wunderbar erfüllten Feierabend zu erleben.

Lieben und arbeiten

Es wird berichtet, Sigmund Freud sei einmal gefragt worden, wozu denn eigentlich die ganze Psychoanalyse letzten Endes gut sein soll. Was müsse ein Mensch denn können, nachdem er den psychoanalytischen Therapieprozess erfolgreich durchlaufen habe? Und angeblich soll Freud daraufhin kurz und knapp geantwortet haben: Lieben und arbeiten. Die Antwort gefällt mir, auch wenn sie nicht als eindeutig gesichert gilt.

Lieben und arbeiten – das sind die Dinge, die unser Leben erfüllt machen. Deshalb plädiere ich unbedingt für die Work-Love-Balance. Sieh immer zu, dass du von beidem genug in deinem Leben hast! Würden die Menschen das beherzigen, gäbe es nicht solch eine herzlose Arbeitswelt. Und dann würden die Beschäftigten sich nicht in ihrer Freizeit zu entschädigen versuchen für all das Elend, das sie am Arbeitsplatz durchleben. Mit einer Work-Love-Balance gäbe es mehr Hingabe an die Arbeit und einen liebevolleren Umgang miteinander am Arbeitsplatz. Und man würde nicht abends völlig erledigt vor dem Fernsehapparat oder der Spielekonsole hocken, sondern hätte mehr Energie, sich mit den Menschen zu beschäftigen, die man liebt.

Wenn Liebe irritiert

Als ich einmal in einem Fachartikel über Arbeitsfreude geschrieben habe, hat eine Juristin diesen Artikel mit den knappen Worten kommentiert: „Freude und Arbeit – finde den Fehler!“ Das ist schon beinahe zynisch und zeigt, wie schlimm es um viele von uns bereits steht. Was für ein Leben ist das, bei dem man jede Woche lang 5 ganze Tage funktioniert, während man auf das Wochenende wartet, um der Tretmühle für zwei Tage zu entkommen?!

Wie anders würden wir leben, wenn liebevolle Gefühle und Arbeit keine Gegensätze wären? Wenn wir mit Hingabe arbeiten würden und liebevoll mit den Menschen umgehen würden, die uns am Arbeitsplatz begegnen? Was für eine Welt wäre das, in der beispielsweise jeder Callcenter-Mitarbeiter ein tiefes Interesse daran hätte, den Kunden wirklich zu helfen und ihnen Mehrwert zu bieten?

Geben statt nehmen

In dem Film „Marvins Töchter“ gibt es eine Szene, in der die todkranke Protagonistin ihre Dankbarkeit ausdrückt für all die Liebe, die es in ihrem Leben gegeben hat. Da sie ein sehr aufopferungsvolles Leben geführt hat, kinderlos geblieben ist und im Grunde nur sehr wenig von den Dinge genießen konnte, die man allgemein als wichtig erachtet, löst ihre Äußerung Irritation aus. Deshalb präzisiert sie ihre Aussage und erklärt, sie sei dankbar für all die Liebe, die sie hatte geben dürfen.

Ich liebe diese Szene, weil sie eine tiefe Wahrheit berührt, derer wir uns in der Arbeitswelt kaum bewusst sind: Glücklich werden wir vor allem durch das, was wir TUN, durch das, was wir GEBEN. Natürlich möchten wir auch etwas dafür bekommen, aber Untersuchungen zeigen immer wieder, dass man selbst in einem öden und schlecht bezahlten Job glücklich sein kann, wenn das Arbeitsklima stimmt. Wenn die Beziehungen die Menschen nähren können. Und das kommt fast überall zu kurz: lieben, was man tut, und nährende Beziehungen pflegen, in denen all das einen Platz findet, was unsere besten Seiten ausmacht.

Glücksregeln für das Arbeitsleben

Das Glück ist der Beweggrund all unserer Handlungen. Auch die Arbeit soll letzten Endes dazu dienen, uns glücklich zu machen. Sonderbar nur, dass dennoch so viele Menschen an ihrem Arbeitsplatz unglücklich sind. Ich habe mich darauf spezialisiert, dieses tägliche Unglück zu bekämpfen. Dazu bediene ich mich der unterschiedlichsten Methoden. Eine der wichtigsten ist dabei die Aufklärung über die Natur des Glücks.

Kaum jemand kennt die Regeln, denen das Glück folgt

Wir alle haben natürlich dann und wann schon sehr glückliche Momente erlebt. Wir wissen also, wie sich Glück anfühlt. Aber trotzdem haben die wenigsten Menschen ein Bewusstsein dafür, wie Glück funktioniert. Das wäre aber sehr wichtig. Denn wer weiß, wie es funktioniert, kann es leichter herbeiführen. Und das wäre in der Tat eine segensreiche Fähigkeit: Jeden Tag aktiv glückliche Momente am Arbeitsplatz ermöglichen.

Was die Wissenschaft herausgefunden hat

Da unser Verständnis davon, wie man glücklich wird, eher vage und lückenhaft ist, sollten wir uns einfach mal die Forschungsergebnisse anschauen. Das lohnt sich, denn die Wissenschaft hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Glücksgefühlen beschäftigt und kann einige nützliche Hinweise liefern. Es ist ihr gelungen, ein paar Gesetzmäßigkeiten zu identifizieren, denen das Glück folgt. Hier sind die fünf Glücksgesetze, die wir am Arbeitsplatz auf keinen Fall außer Acht lassen sollten.

1. Glück ist eine Eigenleistung

Das klingt wie eine Binsenwahrheit. Tatsächlich ist es aber gar nicht so leicht, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Im Arbeitsalltag ist es üblich, sich zu beklagen. Sehr gerne über den Chef, aber natürlich auch über die Kollegen. Ebenso über die Entscheidungen der Geschäftsleitung oder über die Arbeit selbst, die wahlweise mal zu viel, mal überflüssig, mal zu schwierig, mal zu uninteressant etc. ist. Auch die Arbeitsumstände geben zuweilen ein gutes Jammermotiv ab. Tatsächlich existiert wohl auf der ganzen Welt kein einziger Job ohne Schattenseiten. Wir müssen lernen, damit klarzukommen, wenn wir den Hauch einer Chance auf Arbeitsfreude haben wollen. Das Glück hat die Qualität des Trotzdem. Und wir können nun entscheiden, ob wir ein Leben lang jammern und leiden wollen, oder endlich mal lernen, wie man unter suboptimalen Bedingungen glücklich sein kann. Und wer sich für Letzteres entscheidet, erbringt eine Leistung. Er muss an seinem Glück arbeiten, weil es sich eben nicht von allein einstellen wird, nicht einmal im Traumjob.

2. Glück ist episodisch

Gerade im Job geben wir uns gern mal einer Illusion hin: Wir denken nämlich, dass wir nur unseren Traumjob finden müssten, und dann wäre alles gut – jeden Tag und für immer. Aber auch der wunderbarste Traumjob wird Umstände mit sich bringen, die uns ganz und gar nicht gefallen. Und damit müssen wir uns eben arrangieren. Selbst wenn der Job perfekt wäre, wären wir nicht pausenlos glücklich. Ganz einfach deshalb nicht, weil der Mensch für das Dauerglück nicht geschaffen ist. Die Gründe dafür liegen in der Evolution. Und wir werden rein gar nichts daran ändern können. Folglich wird unsere Arbeitsfreude dann am größten sein, wenn es uns gelingt, jeden Tag so viele glückliche Episoden wie möglich in unsere Arbeit einzubauen.

3. Das kleine Glück zählt mehr als das große

Wir neigen dazu, auf das ganz große Glück zu warten, das spektakulär sein wird, das wie ein Paukenschlag unsere langweilige Existenz erschüttern und unser Dasein für immer glücklicher machen wird. Diese Vorstellung ist nichts weiter als Phantasie. Denn der Mensch ist, wie gesagt, nicht für das Dauerglück geschaffen. Deshalb zählen viele kleine Glücksmomente in der Summe weit mehr als wenige große. Es bleibt dabei: Der beste Weg zum Arbeitsglück besteht darin, an jedem Arbeitstag viele kleine Portionen Glück zu genießen.

4. Glück braucht Unglück

Das ist banal, aber wir vergessen es gern: Eine Sache ist stets durch ihr Gegenteil definiert. Wenn wir nicht immer wieder mal Ärger, Frustration, Langeweile, Angst etc. durchleben würden, wären wir nicht in der Lage, das Glück zu erkennen und zu genießen. Deshalb rate ich dazu, negative Erfahrungen mit Gelassenheit hinzunehmen statt sich allzu sehr aufzuregen oder gar daran zu verzweifeln.

6. Glück und Unglück stecken an

Je stärker eine Emotion, desto größer die Ansteckungsgefahr! Daher sollten wir uns nach Möglichkeit von negativen Menschen fernhalten und zugleich darauf achten, andere nicht unbedacht mit unserer eigenen schlechten Laune anzustecken. Denn alles, was wir aussenden, kommt garantiert zu uns zurück.

Und wenn Sie nun mehr darüber wissen wollen, wie das Glück am Arbeitsplatz gerade für SIE am besten funktioniert, dann lade ich Sie zu einem kostenlosen Info-Telefonat ein. Einfach auf den Kalender klicken und Termin vereinbaren.