Mut zum Abenteuer!

Unsere Wohnstraße mündet am Ende in einen Feldweg und als ich dort kürzlich mit meinen Hunden vorbeikam, habe ich nicht schlecht gestaunt: Der Kastanienbaum am Feldrand trug plötzlich ganz besondere Blüten: Drei abenteuerhungrige Kinder hatten ihn bestiegen. Sie schienen glücklich über die Gelegenheit zu einer Kletterpartie und waren gleichzeitig mental bereits mit den Möglichkeiten zu weiteren Abenteuern beschäftigt. Der Kastanienbaum, auf dem sie hockten, war ganz offensichtlich nur eine Etappe auf ihrer Entdeckungstour. Die drei schienen kein Problem damit zu haben, sich an diesem trüben Sonntag aufs Beste zu unterhalten. Sie suchten und fanden in unserem langweiligen Wohnviertel allerlei Herausforderungen und wirkten fest entschlossen, sich keine Gelegenheit zu einer spannenden Erfahrung entgehen zu lassen.

Ich musste lächeln, so, wie ein Erwachsener nun mal lächelt, der sich von kindlichem Tun gerührt fühlt. Aber ich empfand auch ein wenig Neid. Wie abenteuerlustig und mutig sie doch waren, die kleinen Entdecker! Und wie viel uns Erwachsenen in dieser Hinsicht verloren gegangen ist! Wer von uns erlebt denn noch echte Abenteuer in einem langweiligen Wohnviertel an einem trüben Sonntag im Winter?! Diese Fähigkeit ist uns ganz und gar verloren gegangen. Das Schlimme ist: Wir trauen uns kaum noch Abenteuer zu und wir haben auch den Blick dafür verloren. Die meisten von uns haben ihre Neugier durch Wissen ersetzt und scheuen überdies das Risiko. Wir fürchten uns davor, was passieren könnte, wenn wir ausbrechen aus den gewohnten Mustern. Wir planen, statt zu experimentieren. Eine schlechte Gewohnheit ist das, weiter nichts. Aber ich bin nicht gewillt, mich vertrauten Mustern und langweiliger Routine zu überlassen. Ich stehe jetzt sofort von meinem Schreibtisch auf und suche mir ein kleines Abenteuer!

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