Keine Halbherzigkeiten!

Diese Woche habe ich an einem neuen Vortragsthema gearbeitet. Die Sache ging mir ungewohnt schwer von der Hand. Ich hatte zwar ganz brauchbare Literatur als Grundlage, aber irgendwie tat ich mich schwer damit, meinen Vortrag zu konzipieren. Ich schob die Arbeit vor mir her und wenn ich mich doch einmal daran setzte, funktionierte mein Gehirn merkwürdig schwerfällig. Dann stieß ich im Zusammenhang mit einer anderen Beschäftigung rein zufällig auf ein Zitat. Es stammt von Goethe und lautet: „Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.“

Das war’s, hier lag die Erklärung! Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich die ganze Zeit nicht wirklich mit dem Herzen bei der Sache gewesen war. Der Vortrag hatte nur als ein Punkt auf meiner To do-Liste fungiert, der abgearbeitet werden musste. Zudem mochte ich den Autor eines der wichtigsten Bücher zum Thema nicht, weil ich ihn für eine überaus selbstgefällige Person halte. Davon hatte ich mich in meiner Haltung beeinflussen lassen. Nachdem mir das klar geworden war, änderte ich meine Einstellung. Von nun an sah ich in Gedanken bei der Vorbereitung des Vortrags meine Teilnehmer vor mir. Ich stellte mir ihre Gesichter vor und fragte mich, wie ich diese Menschen am besten erreichen könnte und was ich ihnen mitgeben wollte. Plötzlich ging die Arbeit fast mühelos voran, ich hatte Freude daran und viele gute Einfälle. Ich war mit dem Herzen bei der Sache und das beflügelte meinen Verstand.

Diese Erfahrung lässt sich ohne weiteres verallgemeinern. Ganz gleich, was wir tun – wo wir nicht mit ganzem Herzen bei der Sache sind, ist es, als würden wir mit angezogener Handbremse fahren. Wir kommen nicht weit.

 

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