Überraschende Auswirkung einer guten Tat

Diese Woche haben wir einen Ausflug zu einem englischen Landsitz unternommen. Es war herrliches Wetter, sodass wir mit unseren beiden Hunden lange durch die Gärten und weitläufigen Ländereien spazieren konnten. Bei einer Rast habe ich meinen großen Rucksack liegen lassen. Er enthielt neben allerlei Verpflegung für die Hunde auch ein paar Dinge von Wert. Ich habe sein Fehlen erst bemerkt, als wir wieder am Parkplatz angekommen waren.

Mein Mann ist gleich losgelaufen, um den Rucksack zu suchen. Leider war er dabei nicht erfolgreich. Am Ende hat er ohne allzu große Hoffnung noch beim Empfang nachgefragt und tatsächlich war dort zwei Minuten zuvor mein Rucksack von einer Rollstuhlfahrerin abgegeben worden. Wir hätten ihr gerne gedankt, aber sie war wie vom Erdboden verschluckt und nicht ausfindig zu machen. Aber gerade ihre Anonymität hat bei mir etwas Überraschendes ausgelöst:

Ich empfand plötzlich ein starkes Vertrauen in die Welt und alle Menschen um mich herum. Dass eine völlig fremde Frau meinen schweren Rucksack in ihrem Rollstuhl transportiert hatte, ohne zu wissen, wem diese Wohltat galt und ohne irgendeinen Dank zu erwarten, stellt ein kleines Stück bedingungslose Liebe dar. Es war wie ein Aufblitzen dessen, was in der Philosophie „Agape“ heißt. Ich fühlte mich zu meinem eigenen Erstaunen auf sonderbare Weise behütet und aufgehoben. Die Freundlichkeit einer Unbekannten besaß die Macht, mir das Gefühl zu vermitteln, ich sei in Wohlwollen eingehüllt.

Diese Erfahrung hat mich gerade wegen ihrer Intensität sehr erstaunt. Was ich daraus mitnehme: Öfter mal heimlich Gutes tun!

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