Alles geht nun mal nicht

DSCN1078Auf unserer Terrasse gibt es einen großen sechseckigen Springbrunnen mit einer schönen Fontäne. Irgendwann kam mein Mann auf die Idee, ein oder zwei Seerosen dazu zu setzen. Anschließend warteten wir auf die Blüten, die das Idyll perfekt machen sollten. Die Blüten erschienen jedoch nicht. Wir konsultierten daraufhin unseren Gärtner, der uns erklärte, die durch die Fontäne verursachte Wasserbewegung würde die Bildung von Blüten verhindern. Seerosen mögen es ruhig. Daraufhin schalteten wir den Springbrunnen ab und konnten einige Zeit später blühende Seerosen genießen. Seither müssen wir uns jedes Jahr aufs Neue entscheiden: Wollen wir das Plätschern der Fontäne oder lieber die strahlenden Blüten der Seerosen? Beides zusammen geht nicht.

Ich fürchte, das ganze Leben ist so. Entscheiden wir uns für eine Option, wählen wir damit zumindest vorübergehend alle anderen ab. Manchmal fällt es mir sehr schwer, das zu akzeptieren. Manchmal will ich aufstampfen wie ein kleines Kind, das fordert „Ich will aber alles! Sofort!“. Ich muss das Kind in mir dann beruhigen und trösten und ihm erklären, wie wunderbar es ist, immerhin eine Wahl zu haben und die Aussicht auf eine schöne Alternative. Wir müssen uns alle damit abfinden, dass unser Leben nicht lang genug währt, um alles genießen zu können, das möglich wäre. Um so wichtiger ist es, dass wir unsere Ziele bewusst und mit Sorgfalt wählen.

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