Vom Segen, ein Ziel gefunden zu haben

DAS Ereignis der vergangenen Woche war für mich die Fertigstellung meines neuen Buchmanuskripts. Seit vergangenem Sommer habe ich an dem Thema gearbeitet. Im Herbst konnte ich den Vertrag mit dem Verlag meiner Wahl abschließen und Anfang Januar habe ich begonnen, jeden Tag einige Stunden zu schreiben. Das neue Buch war zwei Monate lang mein wichtigstes Projekt, hat Energie, Nerven und Herzblut benötigt. Nun ist es fertig.

Zu meinem Erstaunen bin ich darüber weit weniger glücklich als erwartet. Es hat mir gefallen, mich täglich für dieses schöne Ziel anstrengen zu können. Ich hatte durch meine Arbeit Orientierung und Erfolgserlebnisse. Jetzt gibt es eine Leere, die ich überraschend deutlich wahrnehme, trotz meiner vielen anderen Aufgaben. Mir fehlt etwas.

Auf diese Weise spüre ich, was mir in der Theorie längst klar ist: Wir brauchen Ziele, und zwar herausfordernde, aufregende Ziele, die prickeln. Sie verschaffen uns eine Richtung und einen Maßstab für unser Handeln. Zudem sind Ziele unabdingbar, um zu wachsen und lebendig zu sein. Wir müssen immer irgendwie vorankommen, notfalls auch stolpern, aber es ist in jedem Fall wichtig, unterwegs zu sein. Stillstand bedeutet das Ende der Lebendigkeit. Indem wir Ziele verfolgen, machen wir jede Menge neue Erfahrungen. Wir erweitern unsere Fähigkeiten, entdecken ganz neue Seiten an uns. Dabei ist es nicht mal entscheidend, ob wir am Ende erfolgreich sind. Wir gewinnen auf jeden Fall.

Was ich nun tun werde, ist klar: Sofort ein neues Ziel finden.

4 thoughts on “Vom Segen, ein Ziel gefunden zu haben

  1. Hans-Jörg

    Hallo, das Thema „Ziel“ und „Ziele setzen“ beschäftigt mich auch seit einiger Zeit.
    Es ist wirklich nicht schwer sich ein Ziel zu setzen oder ein Ziel zu finden.
    Was wirklich …. und ich meine WIRKLICH !!! schwer ist, dass ist ein emotionales Ziel zu finden.
    Ein Ziel, dass genügend Abstand zu einem Wunschtraum hat und gleichzeitig attraktiv ist.
    Gibt es dazu vielleicht einen Tipp?

    Viele Grüße,
    Hans-Jörg

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    1. Marion Lemper-Pychlau Beitragsautor

      Hallo Hans-Jörg, wenn wir ein wirklich lohnendes Ziel suchen, das einen erheblichen Unterschied für unser Leben machen soll, dann funktioniert das nur, indem wir uns in einem ersten Schritt unseren Träumen und Sehnsüchten hingeben. In dieser Phase brauchen wir noch nicht realistisch zu denken, weshalb es völlig in Ordnung ist, ein wenig herumzuspinnen. Dieser Schritt dient der Ermittlung der Richtung. Wenn uns dann der Traum schließlich klar vor Augen steht, geht es ans Handwerkliche: Es wird ein Ziel daraus konstruiert.
      Erfüllung = Träume + Know-how
      Gute Ziele sind also Träume im Blaumann. Sie gehen zum einen mit unseren Wunschträumen konform und zum anderen tragen sie der Realität Rechnung.
      Herzliche Grüße
      Marion

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  2. Claudia Steinhilber

    Hallo Marion, das sind ganz entscheidende Aspekte, die du genannt hast. Die Formel “ Erfüllung = Träume + Know-how “ gefällt mir sehr gut und ist meiner Meinung nach absolut zutreffend. Ich habe das Gestalten von Gärten zu meiner Passion erklärt ( ist leider nicht mein Beruf ). Kreativität, Planung, das Bedürfnis Dinge zu verschönern, gepaart mit körperlicher Arbeit in der Natur, Erfahrungen mit allen Sinnen und dem sich einstellenden positiven Ergebnis sind für mich eine berauschende Mischung. Dabei ist der Weg das Ziel.
    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Marion Lemper-Pychlau Beitragsautor

      Hallo Claudia, das klingt wunderbar! Ich gratuliere Dir, dass Du Deinen Traum lebst. Und beim Gedanken an schöne Gärten gerate ich ohnehin ins Schwärmen… Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude!
      Liebe Grüße

      Marion

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