Eine scheußliche Tradition!

Während der Weihnachtszeit war ich für eine Woche mit meiner Familie in England. Wir haben in der Grafschaft Kent ein Haus auf dem Land gemietet. Die Gegend ist wunderschön und ich habe unsere Zeit dort sehr genossen, trotz des Orkans, der heftigen Regenfälle und des Stromausfalls. Es gab allerdings eine Sache, die mir zu schaffen machte: die Leidenschaft vieler Briten für die Jagd. Es ist durchaus üblich, während der Jagdsaison aus reinem Vergnügen Vögel zu schießen. Mancherorts werden sie extra gezüchtet, um anschließend geschossen zu werden. Ich hörte Schüsse, solange das Tageslicht anhielt.

014Als ich unsere Hunde ausführte, fand ich haufenweise geschossene Enten und Tauben. Man hatte sie einfach am Feldrand gestapelt oder in den Straßengraben geworfen, um sie dort verwesen zu lassen. Ich war entsetzt, als ich die Tiere fand. Und es wurden immer mehr. Meine Wut auf die Jäger, mein völliges Unverständnis für diesen “Sport”, meine Abscheu angesichts von Tötungen aus Spaß lassen sich kaum beschreiben.

Damit ergibt sich für mich eine Situation, in der mir das Konzept der emotionalen Intelligenz, wie ich es im Buch beschrieben habe, nicht weiterhilft. Ich nehme meine Gefühle zwar deutlich wahr und weiß auch, was sie bedeuten. Aber ich kann den dritten Schritt nicht vollziehen: nämlich handelnd Konsequenzen zu ziehen. Mir fällt keine Handlung ein, mit der es mir besser geht. Was kann ich tun, um die Gefühle von Trauer und Abscheu zu verringern? Hat jemand eine Idee?

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