Das eigene Wetter machen

012Samstag musste ich ein paar Dinge im Supermarkt besorgen. Es waren sehr viele Menschen unterwegs, weshalb überall großes Gedränge herrschte. Das wirkte sich nicht gut auf die Stimmung aus: Ich konnte die Anspannung der Menschen deutlich wahrnehmen, viele wirkten ungeduldig, genervt oder sogar leicht aggressiv. Einige benahmen sich rücksichtslos.

Wenn so viele Leute so schlecht drauf sind, besteht die Gefahr der Ansteckung. Man passt sich ohne nachzudenken der vorherrschenden Stimmung an. Muss aber nicht sein.

Worauf es ankommt: Rechtzeitig zu merken, was da gerade passiert und sich klar zu entscheiden, was man will. Das gelingt mir nicht immer, weil ich manchmal zu unaufmerksam bin oder auch zu kraftlos. Aber am Samstag hat es geklappt. Mir war ganz schnell bewusst, dass ich mich nicht mit all den schlechten Gefühlen infizieren, sondern meine gute Laune behalten wollte. Deshalb habe ich freundlich auf die Drängler an der Kasse und im Aufzug reagiert, viele Menschen angelächelt und ganz Ungeduldige vorgelassen. Sogar ein Kompliment habe ich gemacht, und zwar in humorvoller Weise, sodass alle im Aufzug schmunzeln mussten und sich gleich drei Personen gleichzeitig gebauchpinselt fühlten.

Gefühle sind ansteckend und wer schlecht drauf ist, zieht andere runter. Eine Erfahrung, die bestimmt jeder von uns schon unzählige Male gemacht hat. Aber dem lässt sich entgegenwirken, wenn man will. Das stärkere Gefühl setzt sich in der Regel durch – somit kann jeder von uns, ganz gleich, wohin er geht, sein eigenes Wetter machen und genau die Atmosphäre schaffen, die er haben will.

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