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Blick in die Zukunft

Heute wurde ich vom Hessischen Rundfunk überraschend um ein Interview zum Thema „Horoskope“ gebeten. Man fragte mich auch, ob ich selbst Horoskope lesen würde. Das kann ich nur uneingeschränkt verneinen.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Horoskope in den Bereich des Aberglaubens gehören.Die Astrologie versagt vollständig, wenn es um Vorhersagen aller Art geht. Das ist das Ergebnis zahlreicher Studien. Es wäre hochgradig unvernünftig, sich von der Astrologie Antworten hinsichtlich unserer Zukunft zu erwarten. Selbst wenn die Sterne Einfluss auf unseren Lebensweg hätten (was man sehr bezweifeln muss), dann wäre dieser Einfluss derart geringfügig, dass er von vielen anderen Faktoren vollständig überlagert würde.

Mein Rat lautet deshalb: Vergeuden wir keine Zeit mit dem Lesen von Horoskopen! Viel klüger ist es, wenn wir entschlossen die Verantwortung für unser Leben übernehmen. Schreiben wir unser Horoskop doch selbst!

Das eigene Wetter machen

012Samstag musste ich ein paar Dinge im Supermarkt besorgen. Es waren sehr viele Menschen unterwegs, weshalb überall großes Gedränge herrschte. Das wirkte sich nicht gut auf die Stimmung aus: Ich konnte die Anspannung der Menschen deutlich wahrnehmen, viele wirkten ungeduldig, genervt oder sogar leicht aggressiv. Einige benahmen sich rücksichtslos.

Wenn so viele Leute so schlecht drauf sind, besteht die Gefahr der Ansteckung. Man passt sich ohne nachzudenken der vorherrschenden Stimmung an. Muss aber nicht sein.

Worauf es ankommt: Rechtzeitig zu merken, was da gerade passiert und sich klar zu entscheiden, was man will. Das gelingt mir nicht immer, weil ich manchmal zu unaufmerksam bin oder auch zu kraftlos. Aber am Samstag hat es geklappt. Mir war ganz schnell bewusst, dass ich mich nicht mit all den schlechten Gefühlen infizieren, sondern meine gute Laune behalten wollte. Deshalb habe ich freundlich auf die Drängler an der Kasse und im Aufzug reagiert, viele Menschen angelächelt und ganz Ungeduldige vorgelassen. Sogar ein Kompliment habe ich gemacht, und zwar in humorvoller Weise, sodass alle im Aufzug schmunzeln mussten und sich gleich drei Personen gleichzeitig gebauchpinselt fühlten.

Gefühle sind ansteckend und wer schlecht drauf ist, zieht andere runter. Eine Erfahrung, die bestimmt jeder von uns schon unzählige Male gemacht hat. Aber dem lässt sich entgegenwirken, wenn man will. Das stärkere Gefühl setzt sich in der Regel durch – somit kann jeder von uns, ganz gleich, wohin er geht, sein eigenes Wetter machen und genau die Atmosphäre schaffen, die er haben will.

Ich bestimme!

Diese Woche habe ich Gartenabfälle zum Wertstoffhof in Königstein gebracht. Wegen des schönen Wetters herrschte dort ungewöhnlich viel Betrieb. Es gab kaum genug Platz für all die Autos. Menschen und Fahrzeuge waren einander im Weg, es ging ziemlich chaotisch zu. Man brauchte Nachsicht und ein bisschen Geduld. Dazu war nicht jeder der Beteiligten in der Lage, sodass sich Ungeduld und Aggressivität einstellten. Es wurde gehupt und gedrängelt. Plötzlich sprach mich ein Mann mittleren Alters an, dem es nicht gefiel, wie ich geparkt hatte (beim Hineinfahren war es die einzige Parkmöglichkeit für mich gewesen). Er gab sich ausgesprochen unhöflich, geradezu unverschämt. Natürlich war ich über sein Verhalten empört. Ich hatte jetzt verschiedene Möglichkeiten:
Ich hätte entsprechend harsch reagieren können. Da ich Schlagfertigkeit unterrichte, bin ich selten um eine Antwort verlegen. Aber was hätte sich daraus ergeben? Höchstwahrscheinlich ein heftiger Streit. Für keinen von uns wäre Gewinn daraus entstanden, dafür hätte ich aber Zeit verloren und Energie. Ich beschloss, dass ich das nicht wollte.
Darum wählte ich eine andere Möglichkeit: Ich wies seine Vorwürfe ruhig und freundlich zurück und parkte mein Fahrzeug ohne Eile um. Die Unfreundlichkeit meines Gegenübers nahm ich wahr als sein Problem, die chaotische Situation auszuhalten. Sie hatte mit mir nichts zu tun und ich war nicht gewillt, mir von diesem Mann einen Konflikt aufzwingen zu lassen. Wann ich mich mit wem worüber streite, das bestimme ich!