Schlagwort-Archiv: emotionale Intelligenz

Nur ein bisschen Freundlichkeit…

Morgen werde ich einen Vortrag halten. Mein Auftraggeber ist mir schon seit einigen Jahren vertraut und wir haben mittlerweile so manche Veranstaltung zusammen geplant. Das ist an sich nichts Besonderes, ich habe viele Kunden, die mir seit Jahren regelmäßig Aufträge erteilen. Aber dieser Kunde ist besonders. Ich merke es an meiner Vorfreude. Mein Gesicht hellt sich bereits auf, wenn ich nur daran denke, wie ich den Vortragsraum betrete. Ich wünschte, es wäre schon morgen.

Warum das so ist? Weil zu diesem Kunden ein herzliches Verhältnis besteht, getragen von gegenseitigem Vertrauen und Wohlwollen. Wir sind keine Freunde, die Beziehung ist beruflicher Natur. Auf persönlicher Ebene gibt es durchaus viel Distanz. Trotzdem fühlt es sich warm an. Und das hat Auswirkungen auf die Arbeit. Es fällt mir bei einem Kunden wie diesem sehr leicht, mein Bestes zu geben.

Selbstverständlich beeinflusst die Beziehungsebene die Sachebene. Warum nutzen so viele Leute diesen Zusammenhang nicht?! Es wäre doch so einfach. Immer wenn Menschen einander freundlich und wohlwollend begegnen, profitiert die Arbeit davon. Und man wird glücklicher. „Es öffnet sich ein Himmel, wenn Menschen freundlich miteinander sind“, schrieb Robert Walser. Wohl wahr!

Durchhänger? Kein Problem!

Es ist neun Uhr am Vormittag und ich hänge schlaff in den Seilen. Keine Kraft, keine Lust, dafür aber Dauerregen und ein leichter Schnupfen. Was jetzt?

Für derartige Situationen kenne ich eine ganze Reihe hilfreicher Strategien:

  • Zuerst mal anerkennen, dass es ist, wie es ist. Bäume ausreißen ist nichts für jeden Tag. Durchhänger gehören zum Alltag. Zudem ist es normal, dass sich Sommer anders als Winter anfühlt. Wenn es den ganzen Tag nicht richtig hell wird, dann werden wir eben manchmal auch gar nicht erst richtig munter.
  • Wichtig zu wissen: Ich kann nicht verhindern, dass es mal zu Durchhängern kommt, ich kann aber beeinflussen, wie schlimm es wird.
  • Dann eine Entscheidung treffen: Ich werde mich nicht gehenlassen, sondern intelligent mit dem Durchhänger umgehen.
  • Als nächstes zu einer liebevollen Einstellung finden: Ich werde mich heute nicht überfordern, werde mich nicht peitschen, sondern geduldig mit mir sein.
  • Ich suche mir auf jeden Fall etwas zu tun. Aktivität kann sogar Depressionen vertreiben. Passives Herumhängen hingegen macht die Situation schlimmer.
  • Wenn ich eine ungeliebte Tätigkeit ausführe, schadet das meiner Laune nicht – sie ist ja ohnehin nicht gut. Wenn dann aber die Sache am Ende erledigt ist, stellt sich ein Triumphgefühl ein. Ich bin stolz auf mich und fühle mich tüchtig – das Gegenteil vom Durchhänger! Also suche ich mir wenn möglich eine Beschäftigung, die ich grundsätzlich nicht besonders mag.
  • Manchmal hilft es auch, einen starken Kaffee zu trinken – das kann Wunder bewirken. Ich bin danach manchmal sogar leicht euphorisiert.
  • Sehr wirkungsvoll gegen Durchhänger ist auch, sich mit anderen Menschen zu beschäftigen. Es lenkt von der eigenen Befindlichkeit ab.
  • Wichtig  bei jedem Durchhänger: die Kontrolle der Gedanken! Man darf sich selbst nicht so ernst nehmen. Bloß nicht grübeln! Das wäre unproduktiv und würde die miese Stimmung verstärken.
  • Licht und Bewegung tun grundsätzlich gut. Ein Spaziergang mit den Hunden ist da genau das Richtige.

Vermutlich muss jeder ausprobieren, was ihm gegen einen kleinen Winterblues am besten hilft. Bei mir ist das immer irgendeine Form von Aktivität. Sie bringt mich wieder in Schwung und ich vergesse, dass ich heute ja eigentlich nicht gut drauf bin…

Vom Segen der Ungeduld

Vor ein paar Tagen stand ich in unserer kleinen Filiale einer großen Ladenkette. In den Armen hielt ich zwei Kartons und wartete an der Kasse, wo zwei Frauen mittleren Alters mit osteuropäischem Akzent ihre Entscheidungsschwierigkeiten mit der Kassiererin diskutierten. Ich selbst bin ein schnell entschlossener und ungeduldiger Mensch, sodass mir das rechte Verständnis für die beiden Frauen abging. Die Sache zog sich hin und ich begann, die Kassiererin mehr und mehr zu bewundern. Sie ging so ausdauernd freundlich und entgegenkommend mit den Kundinnen um, dass ich kurz davor war, mich für meine Ungeduld zu schämen.

Schließlich kam ich an die Reihe und ich musste es der Kassiererin einfach sagen: „Ich bin ziemlich beeindruckt von Ihrer Geduld und gleichbleibenden Freundlichkeit.“ Sie sah mich sehr ernst an und erwiderte, dass Sie Psychopharmaka nehme und in psychologischer Behandlung sei. Sie würde immer öfter an ihre Grenzen kommen.

Ich war entsetzt zu hören, welch hohen Preis diese Frau für ihre Geduld und Freundlichkeit entrichten musste. Die beiden Kundinnen danken es ihr gewiss nicht (eine von ihnen wurde beim Verlassen des Ladens dabei erwischt, wie sie eine Jacke mitgehen lassen wollte). Vielleicht wäre es gut für die Kassiererin, so ungeduldig zu sein wie ich und dies als Signal zur Abgrenzung zu nutzen. In dem Moment, da die Ungeduld spürbar wird, kann man etwas zum eigenen Schutz unternehmen. Freundlichkeit und Abgrenzung lassen sich dabei durchaus vereinbaren. Selbstaufopferung hingegen ist definitiv keine Option!

 

Der Mythos vom perfekten Augenblick

Immer wieder erlebe ich Momente oder Stunden, in denen meine Aufgaben nicht zu meiner psychischen Verfassung zu passen scheinen. Ich habe keine Lust auf die Vorbereitung des neuen Vortrags, bin nicht in der richtigen Stimmung, um ein neues Kapitel zu schreiben – es gibt ihn zwar, den perfekten Augenblick, aber sehr häufig müssen wir uns mit weniger perfekten Augenblicken zufrieden geben.

Ich habe gelernt, meiner Befindlichkeit angesichts einer zu erledigenden Aufgabe wenig Beachtung zu schenken. Die Kunst liegt darin, ohne langes Nachdenken zu tun, was nötig ist und es möglichst gut zu tun. Dafür gibt es zwei sehr gute Gründe: Zum einen kann ich anschließend immer nachbessern. Würde ich hingegen auf den perfekten Augenblick warten, hätte ich nicht mal etwas zum Nachbessern in der Hand. Zum anderen habe ich wieder und wieder die Erfahrung gemacht, dass die Stimmung sich während des Tuns verändert: Plötzlich bin ich ganz bei der Sache, meine Aufgabe hat die dazu passende Verfassung hervorgerufen. Der Appetit kommt beim Essen…

Deshalb bin ich überzeugt: Wir sollten einfach tun, was wir tun sollten. Es macht keinen Sinn, auf die richtige Stimmung zu warten. Die stellt sich ohnehin meist ein, wenn man erst einmal angefangen hat…

Keine Macht den Vampiren!

Ich hatte vor einigen Tagen ein unangenehmes Gespräch mit einem Menschen, der sehr negativ ist. Das Gespräch begann ganz harmlos und nahm dann aufgrund der negativen Denkgewohnheit meines Gegenübers eine unerfreuliche Wendung. Plötzlich schienen nur Schwierigkeiten und trübe Aussichten zu existieren. Was auch immer ich dagegensetzte, wurde von meinem Gesprächspartner ignoriert oder entwertet. Ich kann nicht nachempfinden, warum mein Gegenüber so sinnlos negativ dachte und sprach. Noch weiß ich, wie diese Person so geworden ist. Aber ich wurde mir sehr deutlich bewusst, wie unwohl ich mich in diesem Gespräch fühlte.

Sehr bald beschloss ich, dass ich dieses Gespräch nicht fortführen würde. Ich würde diesem Menschen nichts mehr anbieten, das er dann entwerten oder für seine Negativität missbrauchen konnte. Da wir nebeneinander saßen und die Situation es nicht zuließ, dass ich mich einfach entfernte, verfiel ich kurzerhand in Schweigen. Statt mich meinem Gesprächspartner zuzuwenden, suchte ich mir umgehend ein konstruktives Thema und beschäftigte mich innerlich damit. Sofort fühlte ich mich besser. Mein Sitznachbar erkannte rasch, dass ich mich mental von ihm abgewandt hatte und ließ mich in Ruhe.

Es fiel mir nicht ganz leicht, mich so entschlossen abzugrenzen. Immerhin habe ich gelernt, dass es unhöflich ist, jemanden in dieser Form abzuweisen. Man darf seinen Gesprächspartner nicht anschweigen. Aber ich finde es tatsächlich noch viel unhöflicher, einen anderen Menschen so unnötig und kompromisslos in die Negativität zu drängen. Es kommt beinahe einem Gewaltakt gleich. Ich fühlte mich, als sei mein Gegenüber ein Vampir, der mir alle positiven Gefühle aussaugt. Es widerstrebt mir, solch einem Wesen Macht über mich zu verleihen. Auch wenn ich damit die Regeln der Höflichkeit verletze: Ich werde keinem Vampir erlauben, meine Freude und Hoffnung zu schmälern.

Niemals mit dem Rücken zur Wand!

Hilflosigkeit war in der vergangenen Woche wieder mehrfach ein Thema in meinen Beratungen. Da gibt es beispielsweise Menschen, die nehmen lieber Schäden an Körper und Seele in Kauf, als ihrem Chef zu sagen, dass das Arbeitspensum nicht zu schaffen ist und die Ziele viel zu hoch gesteckt sind. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und sind überzeugt, sie müssten im Job allen Anforderungen gerecht werden, weil sonst … Ja, was eigentlich? Weil sie sonst den Job verlieren, für inkompetent gehalten werden, nie wieder einen Job finden, sozial absteigen und sterben?

Nicht nur, dass die fantasierten Katastrophenszenarien mitunter absurd sind – es stimmt auch nicht, dass wir in all diesen Situationen keine Wahl hätten, in denen wir uns als machtlos erleben. Die Spielräume sind meiner Erfahrung nach in aller Regel wesentlich größer als manch einer auf den ersten Blick meint. Darum habe ich mir angewöhnt, immer inne zu halten, wenn es kritisch wird und mir die lange Liste meiner Möglichkeiten bewusst zu machen. Das ist eine Frage von Fantasie, Mut, Zuversicht, aber auch Entschlossenheit. Ich bin einfach fest entschlossen, mich nicht gegen die Wand manövrieren zu lassen!

Sobald uns mehr als eine Handlungsmöglichkeit zur Verfügung steht, sind wir in der Lage, etwas zu entscheiden. In diesem Moment sind wir souverän, weil wir selbst bestimmen, was als nächstes geschieht. Das ist das Ziel in jeder Situation: Immer ein wenig über den Dingen zu stehen und niemals mit dem Rücken zur Wand.

Überraschende Auswirkung einer guten Tat

Diese Woche haben wir einen Ausflug zu einem englischen Landsitz unternommen. Es war herrliches Wetter, sodass wir mit unseren beiden Hunden lange durch die Gärten und weitläufigen Ländereien spazieren konnten. Bei einer Rast habe ich meinen großen Rucksack liegen lassen. Er enthielt neben allerlei Verpflegung für die Hunde auch ein paar Dinge von Wert. Ich habe sein Fehlen erst bemerkt, als wir wieder am Parkplatz angekommen waren.

Mein Mann ist gleich losgelaufen, um den Rucksack zu suchen. Leider war er dabei nicht erfolgreich. Am Ende hat er ohne allzu große Hoffnung noch beim Empfang nachgefragt und tatsächlich war dort zwei Minuten zuvor mein Rucksack von einer Rollstuhlfahrerin abgegeben worden. Wir hätten ihr gerne gedankt, aber sie war wie vom Erdboden verschluckt und nicht ausfindig zu machen. Aber gerade ihre Anonymität hat bei mir etwas Überraschendes ausgelöst:

Ich empfand plötzlich ein starkes Vertrauen in die Welt und alle Menschen um mich herum. Dass eine völlig fremde Frau meinen schweren Rucksack in ihrem Rollstuhl transportiert hatte, ohne zu wissen, wem diese Wohltat galt und ohne irgendeinen Dank zu erwarten, stellt ein kleines Stück bedingungslose Liebe dar. Es war wie ein Aufblitzen dessen, was in der Philosophie „Agape“ heißt. Ich fühlte mich zu meinem eigenen Erstaunen auf sonderbare Weise behütet und aufgehoben. Die Freundlichkeit einer Unbekannten besaß die Macht, mir das Gefühl zu vermitteln, ich sei in Wohlwollen eingehüllt.

Diese Erfahrung hat mich gerade wegen ihrer Intensität sehr erstaunt. Was ich daraus mitnehme: Öfter mal heimlich Gutes tun!

Soooo schön!

032Zu dieser Jahreszeit braucht man viel Geduld, wenn man mit mir spazieren gehen will. Die Natur hat im Moment allerhand zu bieten und ich bin überaus empfänglich dafür. Jedes Gespräch wird meinerseits alle paar Sätze von Entzückensrufen und Äußerungen der Bewunderung unterbrochen. Immer wieder muss ich stehenbleiben, weil ich irgendetwas entdeckt habe, das ich mir genauer anschauen will. Ich bestaune die Vielfalt der Insektenwelt, beobachte schwerfällige Hummeln, wie sie sich auf ihrer Suche nach Nektar tief in die Blüten des Fingerhuts vorarbeiten, ich lausche dem tiefen Summen, das aus den trichterförmigen Blütenkelchen dringt. Meine Blicke wandern über die Landschaft und ich nehme gierig die Farben in mich auf, das satte Grün der Sträucher, das strahlende Weiß des blühenden Holunders. Ich kann nicht anders, ich muss einen Ast herunterbiegen, um an den Blüten zu riechen und bin berauscht von der Stimmung des Frühsommers. Ich begeistere mich für die vielfältigen Blüten der unterschiedlichen Gräser und gerate in Verzückung über den Duft der großen Linde am Waldparkplatz.Ich freue mich auch an den kleinen und unscheinbaren Blüten, zart gestaltete Kunstwerke der Natur, unauffällig und vollkommen. Sogar meine Hunde scheinen etwas von der beseligenden Opulenz dieser Jahreszeit zu spüren. Übermütig wälzen sie sich im dichten Gras.

Mit allen Sinnen genießen – das ist ein sicheres Rezept zum Glücklichsein. Das Leben ist voll von solchen kleinen Gelegenheiten. Sie führen wesentlich zuverlässiger zum Glück als die großen und spektakulären Ereignisse, von denen wir uns das Glück erwarten. Denn sie bieten sich viel, viel häufiger. Es ist das Glück des Augenblicks, das jeden Tag bereichert. Man darf es nicht unterschätzen. „Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben“, schrieb Marie von Ebner-Eschenbach. Wer klug ist, nutzt diese Chance. Nur dumme Leute sind unempfänglich dafür.

 

 

Herz ist Trumpf!

Anfang der Woche hatte ich eine Besprechung mit einer Führungskraft. Gemeinsam wollten wir Inhalte und Ablauf einer Teamveranstaltung klären, die ich demnächst moderieren soll. Mein Gegenüber erwies sich als eine lebhafte Frau, warmherzig und offen, humorvoll und unkompliziert, gleichzeitig hoch kompetent. Unsere Zusammenarbeit war ebenso angenehm wie konstruktiv.

Auf dem Heimweg befand ich mich in bester Stimmung und mir war völlig klar, dass ich unter dem Einfluss meiner Gesprächspartnerin stand. Sie versteht es, positive Gefühle in anderen auszulösen. Ihre einladende Art und ihre Herzlichkeit bewirken, dass man sich in ihrer Gegenwart entspannt. Sie ist eine Person, der man vertrauen kann, das spürt man sofort. Und sie strahlt Zuversicht aus, sodass man die Überzeugung gewinnt, alles werde sich am Ende zum Guten wenden.

Ich glaube, dass genau diese Eigenschaft jemanden zu einer guten Führungspersönlichkeit macht. Die fachliche Kompetenz ist nur eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für gute Führungsarbeit. Ausschlaggebend scheint mir zu sein, welche Gefühle die Person in anderen auslöst. Wir sind nun einmal gefühlsgesteuert, darum reichen vernünftige Argumente nicht aus, um Menschen dauerhaft zu motivieren. Die positiven Gefühle, die Führungskräfte wie meine Gesprächspartnerin hervorrufen, sind entscheidend.  Ich wünschte, es gäbe mehr Personalentscheider, die das verstehen…

Stroh zu Gold

Ich hätte wirklich Grund, mich so richtig zu ärgern! Vor über zwei Monaten habe ich mein neues Buchmanuskript abgeliefert und wurde sechs Wochen später von der Lektorin aufgefordert, das Manuskript um 12 Seiten zu kürzen, weil es zu lang geraten sei. Das habe ich getan und es hat mich fast zwei ganze Arbeitstage gekostet. Einen Fließtext zu kürzen und dabei nichts vom Inhalt wegzunehmen, das ist eine echte Herausforderung. Aber meine Lektorin war sehr zufrieden und ich hielt die Angelegenheit damit für erledigt.

Gestern schrieb mir dann der hauptverantwortliche Lektor, mein Manuskript sei definitiv zu kurz und er bat darum, die vielen leeren Seiten zu füllen. Zuerst empfand ich große Überraschung und danach wurde ich richtig wütend. Es ist doch kaum zu glauben, dass ein so renommierter Verlag nicht in der Lage ist, die Länge eines Manuskripts zutreffend zu beurteilen! Wozu gibt es denn Formatvorlagen?! Ich beschloss jedoch, mich erst mal nicht allzu sehr aufzuregen und die Angelegenheit auf den kommenden Tag zu verschieben.

Heute früh betrachtete ich die Sache mit neuen Augen. Ich könnte mir natürlich die Sache vereinfachen, indem ich die ganzen Kürzungen wieder rückgängig mache. Aber ich könnte ebenso gut die leeren Seiten mit ganz neuen Inhalten füllen, mein Manuskript also inhaltlich erweitern. Das böte dem Leser einen Mehrwert und würde das Buch noch besser machen. Das Ärgernis wird zur Chance. Und diese Möglichkeit gefällt mir. Schließlich geht es nicht darum, mich über die Fehler zu ärgern, die irgendwer im Verlag gemacht hat. Es geht auch nicht darum, den Schuldigen zu finden und ihm Vorwürfe zu machen. Es zählt nur eines: mein Ziel! Ich will ein gutes Buch veröffentlichen, weiter nichts. Das ist alles, worauf es mir ankommt. Inzwischen habe ich schon den ersten neuen Abschnitt verfasst und es geht mir sehr gut damit.

Die Episode zeigt mal wieder eines ganz deutlich: Wir haben die Wahl, ob wir die Dinge für oder gegen uns arbeiten lassen. Was auf den ersten Blick negativ erscheint, kann ein Glücksfall sein. Es kommt ganz auf den Blickwinkel an und den bestimmen wir immer selbst.