Schlagwort-Archiv: emotionale Intelligenz

Vom Fluch der Evolution

Gefühle waren einst Handlungsimpulse. Das ist heute noch spürbar: Wer beispielsweise überrascht ist, zieht die Augenbrauen hoch. Unsere Vorfahren konnten sich so ein größeres Blickfeld verschaffen, das es ihnen erlaubte, mehr wahrzunehmen und gegebenenfalls schneller zu reagieren. Angst ließ unsere Vorfahren flüchten oder erstarren – und diese Reaktion konnte unter Umständen ihr Leben retten. Wut verlieh ihnen die Kraft zum Kampf und so konnten sie ihr Leben und ihre Ressourcen verteidigen.

Aber was taten sie, wenn sie glücklich waren? Vermutlich dasselbe, was wir heute tun: Wir genießen unser Glück, aber tun aus dem Glücksgefühl heraus nichts Lebensrettendes. Glück führt aus Sicht der Evolution nicht unmittelbar zum Erhalt der Art. Aus diesem Grund hat die Evolution es so eingerichtet, dass wir Negatives weit schneller und intensiver empfinden als Positives. Für die Arterhaltung macht das Sinn.

Heute leben wir aber in einem völlig anderen Umfeld als unsere Vorfahren. Wir können negative Gefühle nicht mehr impulsiv ausleben. Es ist nicht erlaubt, dem nervenden Kollegen eine Ohrfeige zu verpassen; es empfiehlt sich nicht, vor dem Zahnarzt und seinem Bohrer davon zu laufen… Wir haben nach wie vor negative Gefühle, können sie aber nicht wie unsere Vorfahren unmittelbar für unser Überleben nutzen. Sie werden zum gefährlichen Ballast, wenn wir nicht achtgeben. Wer bei seiner Arbeit vor allem Negatives wahrnimmt und sich davon beherrschen lässt, verliert nicht nur seine Arbeitsfreude und Lebensqualität, sondern zuweilen auch seine Gesundheit.

Deswegen ist es wichtig, dass wir Gefühlsmanagement betreiben. Wir können den negativen Gefühlseinflüssen etwas entgegensetzen und sie damit unschädlich machen. Das Prinzip ist einfach:

  • Negative Empfindungen dämpfen: z.B. Negativem die Aufmerksamkeit entziehen, negative Gedanken in Frage stellen
  • Positive Empfindungen kultivieren: z.B. Positives bewusster wahrnehmen oder gar gezielt für positive Erfahrungen sorgen

Für den Arbeitsalltag bedeutet das: Wir sollten uns nicht auf all die Anlässe zur Unzufriedenheit  fixieren, sondern bewusst das Gute im Job wahrnehmen. Wir können auch gezielt etwas für gute Gefühle tun: z.B. freundlich zu anderen sein, denn die Evolution belohnt das Gutsein mit glücklichen Gefühlen. Zudem kommt Freundlichkeit meist zurück. Oder wir können interessante Herausforderungen suchen, denn dann besteht die Chance auf Flow. Wir können kleine Auszeiten nehmen, die uns guttun, eine Plauderei mit einer netten Person, eine schöne Tasse Kaffee etc. Alles ist besser, als sich negativen Gefühlen einfach zu überlassen.

Falsch entschieden? Macht nix!

Wir neigen in unserer Gesellschaft fast alle ein wenig zum Perfektionismus. Wir wollen alles möglichst gut machen. Dazu gehört auch die Angst vor falschen Entscheidungen. Wir wollen keine Entscheidung bereuen müssen. Ich beobachte beispielsweise jedes Jahr aufs Neue die Angst der Eltern, beim Schulwechsel ihrer Kinder etwas anderes als die allerbeste Schule auszusuchen. Im beruflichen Coaching bin ich laufend mit den Entscheidungsnöten meiner Kunden konfrontiert. Man will ja nichts falsch machen.

Natürlich sind Leichtfertigkeit oder gar Tollkühnheit nicht empfehlenswert. Aber die ewige Angst vor Fehlentscheidungen kostet unendlich viel Energie und führt zuweilen sogar zu einer Lähmung. „Soll ich beim Meeting meine Meinung sagen oder vorsichtshalber still bleiben?“ ist ein Beispiel dafür. Wer aus Angst vor Gegenwind lieber nichts sagt, hat keinen Einfluss auf das Geschehen und muss dann mit den Entscheidungen der anderen leben. Und dem Bewusstsein, feige gehandelt zu haben. Und er wird nie wissen, was passiert wäre, wenn er den Mund aufgemacht und Stellung bezogen hätte.

Ich plädiere deshalb für mehr Risikobereitschaft. Eine Prise Abenteuerlust. Wir müssen nicht alles richtig entscheiden. Wir machen ohnehin unvermeidlich Fehler. Das ist nicht so gefährlich wie die meisten von uns glauben. Denn auch nach einem Fehler geht es immer weiter. Manche Fehlentscheidungen lassen sich sogar revidieren. Aus Fehlentscheidungen geht man klüger hervor. Aus Fehlern entsteht regelmäßig auch etwas Gutes, denn nichts ist eindeutig. Wir müssen nur unseren Blick für das Gute im Schlechten schärfen.

Wer im Leben vorankommen will, muss auf jeden Fall bereit sein, seine Fehlerquote deutlich zu erhöhen. Dazu gehören ganz sicher auch Fehlentscheidungen.

Das cleverste Machtmittel, das ich kenne

Weihnachten gilt bei uns traditionell als Fest der Liebe. Wir bemühen uns zu dieser Zeit des Jahres, anderen Menschen Gutes zu tun. Wir spenden an gemeinnützige Organisationen und kaufen Geschenke für Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Geschäftspartner… Wir wissen grundsätzlich natürlich ganz genau, dass wir unsere Mitmenschen lieben sollten und besinnen uns zur Weihnachtszeit wieder darauf.

Liebe ist fraglos ein moralisches Prinzip, das wohl kaum jemand in Frage stellen würde. Aber Liebe ist weit mehr als das: Liebe ist das cleverste Machtmittel, das ich kenne. Der Philosoph Michel de Montaigne brachte diese simple Tatsache bereits im 16. Jahrhundert auf den Punkt: „Liebe ist die beständigste Macht der Welt.“ Und auch Martin Luther King wusste um diesen Zusammenhang: „Wahre Macht ist Kind der Liebeskraft.“

Wer anderen Menschen aufrichtiges Wohlwollen entgegenbringt, gewinnt Macht über sie. Wir können andere nur beeinflussen, wenn sie sich von uns angenommen fühlen und spüren können, dass wir ihr Bestes wollen. Oder würden Sie auf jemanden hören, dem Sie gleichgültig sind oder der sie nicht mal leiden kann?

Es ist schwer, Einfluss zu nehmen, wenn man damit nur den eigenen Vorteil im Sinn hat. Wer auf diese Weise Macht ausüben will, der muss sich etwas einfallen lassen, um an sein Ziel zu kommen: Er kann locken, täuschen, falsche Versprechungen machen oder ganz einfach Gewalt ausüben. Vermutlich ist genau das der Grund, warum Macht so sehr in Verruf geraten ist. Tatsächlich aber ist Macht neutral. Macht bedeutet nur, dass man über die Mittel verfügt, etwas zu erreichen. Fragt sich nur, welche Mittel das sind…

Immer schön ans Ölkännchen denken!

Weihnachten als Fest der Liebe. Man schreibt sich gegenseitig Karten und macht sich Geschenke. Diese Woche wollte der Hessische Rundfunk von mir wissen, wie man Freundschaften pflegt. Na ja, da kann wohl jeder etwas dazu sagen. Freundschaften brauchen irgendeine Art von Pflege, sonst schlafen sie ein. Klarer Fall!

Aber auch Beziehungen, die nicht freundschaftlicher Natur sind, brauchen Pflege. Ich nenne das für mich „schmieren“. Immer, wenn wir mit einem bestimmten Menschen regelmäßig zu tun haben, sollten wir zusehen, dass diese Kontakte reibungslos verlaufen. Und dazu braucht man eben eine Art von Schmiere. Sonst dreht sich das Räderwerk dieser Beziehung mit der Zeit immer schwerer und schwerer, bis schließlich nichts mehr geht.

Menschen sind sehr bedürftig. Sie wollen gesehen werden, sie wollen bestätigt werden, sie wollen wichtig sein. Das gilt auch im Geschäftsleben und wir dürfen es nicht vergessen. Jeder Kooperationspartner hat diese Bedürfnisse, denn sie sind in unseren Genen verankert. Je selbstverständlicher wir sie berücksichtigen, desto leichter können wir uns in der Sache einig werden. Die Beziehungsebene bestimmt immer über die Sachebene. Deswegen nie das Ölkännchen vergessen!

Die Grenzen der Arbeitsfreude

Als Deutschlands einzige Expertin für Arbeitsfreude kenne ich viele Mittel und Wege, auch aus einem wenig prickelnden Job viel herauszuholen. Aber ich weiß auch um die Grenzen: Keiner meiner Tricks und Tipps ist geeignet, eine pausenlose Arbeitseuphorie herzustellen. Und das liegt nicht etwa daran, dass meine Methoden nicht wirksam wären, sondern es hat damit zu tun, dass unsere Biologie uns Grenzen setzt:

Glück entsteht vor allem, wenn wir etwas unerwartet Gutes erleben. Dann sind wir hellwach, wir merken uns diese Situation sofort und streben fortan danach, sie so oft wie möglich zu wiederholen. Glück soll uns beim Lernen helfen. Die Evolution nutzt Glücksgefühle, damit wir verstehen, was gut für uns ist und diese Erfahrung wiederholen. Da gibt es aber ein kleines Problem: Immer, wenn wir das Gute dann zur Gewohnheit gemacht haben, verschwindet das Glück. Aus Sicht der Evolution ist es ganz einfach nicht mehr nötig, unser nützliches Handeln mit Glücksgefühlen zu belohnen. Wir haben die Lektion ja gelernt.

Daher werden wir nun wieder losziehen auf der Suche nach neuen glückbringenden Erfahrungen. Wir sind einfach nicht für das Dauerglück geschaffen, sondern nur für dauerndes Streben. Für den Arbeitsalltag bedeutet das: Akzeptieren, dass der Job nicht jede Minute des Tages ununterbrochen Spaß bringen kann, Erwartungen also nicht zu hoch schrauben und stattdessen für Abwechslung sorgen. Je breit gefächerter die Tätigkeiten, desto mehr Glückspotential!

Der Trick mit der Sympathie

Es kommt vor, dass uns ein Mensch vom ersten Augenblick an nicht sonderlich sympathisch erscheint und wir spontan Vorbehalte gegen ihn hegen. Manchmal spielt das keine große Rolle, weil man ohnehin nicht viel miteinander zu tun hat. Aber was, wenn das scheinbar unsympathische Gegenüber zum Kollegenkreis gehört oder man sonstwie kooperieren muss?

Jedes Problem auf der persönlichen Ebene kann das Miteinander auf der Sachebene erheblich erschweren. Das Argument „Wir wollen doch sachlich bleiben!“ mag zwar einer guten Absicht entspringen, aber es ist weit weg von der Realität. Persönliche Antipathie wird sich immer nachteilig für die Zusammenarbeit auswirken. Was also tun?

Hier gibt es einen schönen kleinen Trick: Man bittet die Person, die man nicht mag, um einen kleinen Gefallen. Daraus ergibt sich dann automatisch eine kognitive Dissonanz: Einerseits mag man die Person nicht, andererseits nimmt man ihre Freundlichkeit entgegen. Das ist nicht stimmig. Da aber der Gefallen bereits erfolgt ist, kann man ihn nicht rückgängig machen. Da bleibt nur die Möglichkeit, die eigene Haltung zu verändern. Man entwickelt also positive Gefühle für das Gegenüber, und schon stimmt das Bild. Alles gut!

Weniger Gefühl, mehr Köpfchen!

Manche Kunden, die mich konsultieren, haben oft zuvor schon sehr lange vergeblich versucht, ihr Problem zu lösen. Mit jedem fehlgeschlagenen Versuch wurden sie verzweifelter und mutloser. Und dann kommen sie zu mir in die Beratung, völlig fertig, manche zynisch, manche depressiv.

Es gibt natürlich wirklich schlimme Probleme, die man niemandem wünschen würde. Probleme, die uns zutiefst verstören, verunsichern und ängstigen können. Das Problem mit diesen Problemen: Sie verursachen sehr starke Gefühle, oftmals einen ganzen Wirrwarr von Gefühlen. Und solange wir uns davon bestimmen lassen, sind wir nicht in der Lage, klug zu handeln. Gefühle zeigen lediglich den Handlungsbedarf an, sie sind jedoch als alleinige Ratgeber für das Handeln völlig ungeeignet.

In meiner Ausbildung zur Psychologin habe ich gelernt, wie wichtig Gefühle sind. Stundenlang haben wir in Kleingruppen geübt, unsere Gefühle zu erforschen und mitzuteilen. Niemand hat uns damals gelehrt, wie falsch es sein kann, sich auf seine Gefühle zu konzentrieren. Aber das ist es! In vielen Situationen brauchen wir mehr Verstand als Gefühl! Die alte Regel, sich erst einmal zu beruhigen, still bis zehn zu zählen oder ähnliches, ist vollkommen richtig! Sobald wir erkannt haben, welche Gefühle sich in uns melden und was sie bedeuten, sollten wir innerlich umschalten auf „rational handeln“ statt „intensiv fühlen“. Das Gefühl gibt nur die Handlungsrichtung vor, aber der Verstand hilft uns, das praktisch umzusetzen, was nötig ist. In Krisensituationen geht eben nichts über einen kühlen Kopf!

Warum verhält der sich so blöd?

Die Vorweihnachtszeit bietet reichlich Anlass für Stress und je näher es auf Weihnachten zugeht, desto schlimmer wird es. Nicht mal auf den Weihnachtsmärkten kann man sich auf Gemütlichkeit verlassen. Die Menschen sind ungeduldig und in Eile. Viele verhalten sich aggressiv. Und diesmal war es besonders schlimm, weil sich an die Feiertage gleich ein Sonntag anschloss. Es wurde eingekauft, als stünde eine Hungersnot bevor.

Im Parkhaus habe ich wieder eine typische Beobachtung gemacht: Ich wollte nach meinem Einkauf in Richtung Ausfahrt steuern, aber es hatte sich eine lange Schlange gebildet. Irgendein Fahrer rangierte seinen langen Kombi ungeschickt aus der Parklücke heraus und blockierte alle anderen. Dann blieb derselbe Fahrer anschließend eine gefühlte Ewigkeit lang an der Schranke vor der Ausfahrt stehen, stieg schließlich aus und rief, er sei sofort zurück, er müsse nur schnell nachzahlen. Der Fahrer hätte theoretisch ohne weiteres in die freie Parklücke hinter sich stoßen können, dann hätten wir anderen nicht auf ihn warten müssen. Er war also nicht nur ungeschickt, sondern auch rücksichtslos. Grund genug, sich über ihn zu ärgern. Er erntete ungeduldiges Hupen und böse Blicke. Bei den wartenden Autofahrern stieg offensichtlich der Blutdruck.

Bei mir selbst entstehen in solchen Situationen spontan dieselben Gefühle von Ärger und Ungeduld. Dagegen kann ich nichts machen. Aber ich kann auf jeden Fall entscheiden, wie ich auf meine Gefühle reagiere. Daher habe ich schon vor längerer Zeit beschlossen, derartigen Gefühlen nicht nachzugeben. Denn zum einen ändert mein Ärger nichts an der bestehenden Situation und zum anderen schade ich mir zuverlässig selbst, wenn ich mich gedankenlos meinem Ärger überlasse. Ärger verdirbt nicht nur die Laune, sondern stellt ein Gesundheitsrisiko dar. Wer sich allzu oft ärgert, gefährdet Herz und Kreislauf, schwächt das Immunsystem etc. Wenn ich also spüre, wie der Ärger in mir hochsteigt, dann starte ich sofort einen inneren Dialog, der ihm entgegenwirkt. Ich ermahne mich beispielsweise, mich nicht so aufzuregen, weil das eh sinnlos ist. Ich denke an meine eigene Unvollkommenheit und rufe mir meine eigenen Schnitzer in Erinnerung. Ich führe mir vor Augen, wie wenig Relevanz das betreffende Ereignis tatsächlich für mein Leben besitzt. Und ich mache mir bewusst, dass ich einfach keine Person sein will, die bei jeder Gelegenheit aus der Haut fährt. Das wäre unangemessen, unreif und sehr unliebenswürdig.

Wenn also hinter Ihnen jemand ungeduldig hupt, dann bin das nicht ich. Allerdings bin ich noch nicht so weit, dass ich mit großer Selbstverständlichkeit gleichmütig und freundlich auf Ihr fehlerhaftes Verhalten reagieren kann. Aber ich arbeite daran.

 

Traut euch was!

In der vergangenen Woche musste ich häufiger an den Satz der Autorin Susan Jeffers denken: „Have the fear and do it anyway!“. Ich war gleich mehrfach mit Situationen konfrontiert, in denen jemand heftige Angst empfand. Im Grunde ist Angst ja etwas Gutes, weil sie ein Warnsignal darstellt, das auf reale Gefahren aufmerksam macht. Aber in vielen Fällen erweist sie sich als lästig und hinderlich. Denn sie bremst und je öfter wir uns bremsen lassen, desto größer wird die Angst. Vermeidungsverhalten verstärkt sie.

Was also tun, wenn man Angst hat? Ganz einfach: Erst mal prüfen, ob die Gefahr wirklich so bedrohlich ist. Falls ja, gilt es, konkrete Schritte zum Schutz gegen diese Bedrohung zu unternehmen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Und wenn das nicht geht, muss die Angst eben ausgehalten und bekämpft werden. Ich beobachte immer häufiger, dass Angst zur schlechten Denkgewohnheit mutiert. Das Gehirn schaltet einfach in den Krisenmodus, auch wenn keine Krisensituation besteht. Menschen empfinden häufig schon Panik, wenn sie ganz normale Risiken eingehen sollen, ohne die eine gelungene Existenz nicht möglich ist. Aber wir müssen etwas wagen, sonst kommen wir im Leben nicht voran. Und wenn man merkt, dass das Gehirn die Angst zur schlechten Gewohnheit gemacht hat? Dann hilft folgendes:

  1. Innerlich auf Abstand gehen und erkennen, was los ist.
  2. Beschließen, sich von der Angst nicht bestimmen zu lassen.
  3. Konkrete Maßnahmen ergreifen, um dem Gehirn die schlechte Denkgewohnheit auszutreiben: Z.  B. hilft es, sich den „worst case“ vorzustellen. Dabei merkt man meist, wie lächerlich das ist oder aber, dass man auch mit dem schlimmsten denkbaren Ausgang ganz gut zurecht käme. Eine gute Alternative besteht auch darin, seine Gedanken zu kontrollieren. Ich kann dem Gehirn verbieten, permanent Katastrophenszenarien zu entwickeln und meine Aufmerksamkeit gezielt in eine andere Richtung lenken. Alternativ kann ich mich bewusst den Dingen zuwenden, die ich erfolgreich beeinflussen kann und fühle mich dann weniger hilflos. Wichtig ist auch, sich selbst zu vertrauen. Wir sind meist viel stärker und krisenfester, als wir glauben.

Das Gehirn darf nicht unter die Befehlsgewalt der Angst gestellt werden. Das müssen wir verhindern, sonst ist ein erfülltes Leben ausgeschlossen. „Die Welt gehört denen, die zu ihrer Eroberung ausziehen, bewaffnet mit Sicherheit und guter Laune.“, schrieb Charles Dickens. Recht hat er!

Nur ein bisschen Freundlichkeit…

Morgen werde ich einen Vortrag halten. Mein Auftraggeber ist mir schon seit einigen Jahren vertraut und wir haben mittlerweile so manche Veranstaltung zusammen geplant. Das ist an sich nichts Besonderes, ich habe viele Kunden, die mir seit Jahren regelmäßig Aufträge erteilen. Aber dieser Kunde ist besonders. Ich merke es an meiner Vorfreude. Mein Gesicht hellt sich bereits auf, wenn ich nur daran denke, wie ich den Vortragsraum betrete. Ich wünschte, es wäre schon morgen.

Warum das so ist? Weil zu diesem Kunden ein herzliches Verhältnis besteht, getragen von gegenseitigem Vertrauen und Wohlwollen. Wir sind keine Freunde, die Beziehung ist beruflicher Natur. Auf persönlicher Ebene gibt es durchaus viel Distanz. Trotzdem fühlt es sich warm an. Und das hat Auswirkungen auf die Arbeit. Es fällt mir bei einem Kunden wie diesem sehr leicht, mein Bestes zu geben.

Selbstverständlich beeinflusst die Beziehungsebene die Sachebene. Warum nutzen so viele Leute diesen Zusammenhang nicht?! Es wäre doch so einfach. Immer wenn Menschen einander freundlich und wohlwollend begegnen, profitiert die Arbeit davon. Und man wird glücklicher. „Es öffnet sich ein Himmel, wenn Menschen freundlich miteinander sind“, schrieb Robert Walser. Wohl wahr!