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Auf ein glückliches Arbeitsjahr!

Der Jahresbeginn ist die Zeit der guten Vorsätze. Laut Umfragen sind es Jahr für Jahr dieselben Dinge, die wir in unserem Leben ändern wollen: gesünder essen, mehr Sport treiben und uns mehr Zeit nehmen für Freunde und Familie. Erstaunlicherweise kommt das Arbeitsleben dabei kaum vor. Es gibt höchstens gute Vorsätze für die Karriereleiter. Dabei verbringen wir den besten Teil unserer Wachzeit mit unserer Arbeit. Sollten wir da nicht versuchen, diese Zeit so gut wie möglich zu nutzen, um uns lebendig zu fühlen und glücklich zu sein?! Die Schulferien sind nun zu Ende und wir sind fast alle wieder an unseren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Hier kommen fünf gute Vorsätze für ein glückliches Arbeitsjahr:

Ich werde mich nicht beklagen. Kein Arbeitsplatz ist perfekt und es gibt immer irgendwelche Gründe, sich zu beklagen. Durch Klagen und den Blick auf das Negative verstärken sich jedoch die schlechten Gefühle, ohne dass sich etwas an der Situation ändert. Deshalb sollten wir uns auf unsere Handlungsmöglichkeiten konzentrieren statt auf unsere Unzufriedenheit.

Ich werde mutig sein. Ängstliche Anpassung und das Festhalten an der Routine verhindern, dass wir uns lebendig fühlen können. Deshalb brauchen wir den Mut, etwas zu verändern, indem wir zuweilen ungehorsam sind und Neues ausprobieren, statt am Gewohnten festzuhalten. Wir müssen bereit sein, ein paar Risiken einzugehen.

Ich werde meine Spielräume nutzen. Die meisten Sachzwänge sind in Wirklichkeit Denkzwänge. Wir beschränken uns selbst weit mehr, als es nötig wäre. Wenn es uns gelingt, unseren Blick für die Handlungsspielräume und Möglichkeiten zu öffnen, können wir Prozesse gestalten statt uns ausgeliefert zu fühlen.

Ich werde andere froh machen. Gerade im Arbeitsleben ist jeder auf das eigene Wohl bedacht. Arbeit wird jedoch als erheblich befriedigender erlebt, wenn wir uns stärker auf den eigenen Beitrag konzentrieren statt auf den eigenen Vorteil. Sich anderen nützlich machen, ihnen Wohlwollen entgegenbringen und durch das eigene Handeln das Leben anderer bereichern – damit wird Arbeit erheblich erfüllender als durch die Konzentration auf den Eigennutz.

Ich werde jede Gelegenheit nutzen, mich zu freuen. Glück stellt immer eine Eigenleistung dar. Glück ist selten spektakulär, sondern entsteht durch viele kleine Gelegenheiten, die Anlass zur Freude bieten. Wir müssen lediglich unseren Blick dafür schärfen. Eine gute Tasse Kaffee in der Pause, das gemeinsame Lachen über eine absurde Situation, die Freude über eine gelungene Arbeit – all das kann viele gute Gefühle auslösen, sofern wir bereit sind, das Glückspotential  solcher Situationen zu erkennen und zu schätzen.

 

 

„Das hab ich gut gemacht!“

Kürzlich habe ich abends noch eine – nicht allzu herausfordernde – Arbeit erledigt, die mir besonders gut gelungen ist. Danach hatte ich Mühe einzuschlafen, weil mich die Aufgabe belebt hatte und ich vom Ergebnis so begeistert war. Mir wurde einmal mehr klar, welch große Bedeutung auch kleine Erfolge für unser alltägliches Wohlbefinden besitzen. Wir müssen Gelegenheit haben, stolz auf uns zu sein und brauchen die Gewissheit, etwas ausrichten zu können.

Ich wundere mich immer wieder über diejenigen, die lustlos an ihre Arbeit gehen, die die Dinge nur halbherzig erledigen. Minderwertige Arbeit kann keine Befriedigung verschaffen. Sie gibt keinen Anlass zum Stolz, sie stellt keinen wirklichen Beitrag dar. Pfusch kann niemanden froh machen, weder den Pfuscher selbst noch denjenigen, der für die Arbeit bezahlen muss.

Viele glauben, sie hätten nur dann Anlass zum Stolz, wenn andere ihre Arbeit loben. Das ist aber natürlich Unsinn, denn andere haben meist genug mit sich selbst zu tun und achten nicht auf die Leistungen ihrer Mitmenschen. Außerdem ist die Meinung der anderen nicht bedeutsam. Wir dürfen uns nicht davon abhängig machen. Entscheidend ist vielmehr, was wir selbst von uns halten.

Manch einer meint zudem, er habe nur dann Anlass zum Stolz, wenn er Großes vollbringt. Das stimmt jedoch nicht, denn auch kleine Dinge zählen. Unser Alltag besteht aus einer Vielzahl von Kleinigkeiten und in der Summe besitzen sie allemal mehr Gewicht als irgendeine einzelne herausragende Leistung. Wir haben jeden Grund, uns auch mit den weniger bedeutsamen Aufgaben Mühe zu geben. Ich halte es hier mit Napoleon Hill, der geschrieben hat: „If you cannot do great things, do small things in a great way.“ Denn es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als sich sagen zu können: „Das habe ich gut gemacht!“

 

Qualität macht glücklich!

Wenn ich mir so anschaue, wie schlampig und fehlerhaft manche Menschen arbeiten, dann bin ich nicht nur unzufrieden mit der schlechten Leistung mancher meiner Dienstleister, sondern ich staune auch über so viel Dummheit. Denn diese Menschen scheinen nicht zu wissen, was sie sich selbst mit ihrer mangelhaften Leistung antun. Sie glauben, Sie könnten es sich einfach machen, aber in Wahrheit machen sie sich unglücklich. Denn was gewinnen sie, wenn sie ihre Arbeit halbherzig erledigen? Wenn sie ohne innere Beteiligung handeln, allein aus dem Bedürfnis heraus, sich nicht anstrengen zu müssen? Sie sparen bestenfalls ein wenig Zeit und Energie. Gleichzeitig nehmen sie sich die Chance, ihr Tun zu genießen und stolz auf ihre Leistung sein zu können.

Wofür wollen diese Menschen eigentlich Zeit und Energie sparen? Gibt es denn etwas Befriedigenderes als eine Arbeit, die wohlgetan ist und auf die man zurecht stolz sein kann? Erfahren wir uns nicht intensiv in unserem Tun, sind wir nicht wirklich lebendig, wenn wir uns mit Hingabe einer Arbeit widmen? All dies geht demjenigen verloren, der meint, sich das Leben leichter zu machen, indem er seinen Job ohne Qualitätsansprüche erledigt.

Ich selbst tue meine Arbeit für gewöhnlich, so gut ich es vermag. Ich strenge mich an, ich bemühe mich darum, das Beste zu leisten, dessen ich fähig bin. Nicht immer ist das Ergebnis befriedigend, nicht alles gelingt. Beim nächsten Mal weiß ich dann, worauf ich achten muss, um noch besser zu werden. So hilft mir die Arbeit bei meiner Entwicklung, sie ermöglicht einen lebendigen Prozess, in dem ich ganz ich selbst bin und mich täglich neu erfahre. Ich habe kein Verständnis für diejenigen, die sich nicht anstrengen mögen, die nicht um Qualität bemüht sind, sondern ihre Zeit und Energie sparen wollen. Ich halte es vielmehr mit George Bernard Shaw, der schrieb: „I want to be thoroughly used up when I die, for the harder I work the more I live.“

Mehr Mut zum Scheitern, bitte!

In der vergangenen Woche habe ich zufällig eine Dokumentation über die Hagia Sophia gesehen. Ich war fasziniert, und zwar nicht nur von dem Gebäude selbst, sondern fast noch mehr von seiner Entstehungsgeschichte. Der ehrgeizige Kaiser Justinian erteilte im 6. Jahrhundert den Bauauftrag an einen Architekten und einen Mathematiker. Da solch ein Bauwerk noch nie zuvor errichtet worden war (die riesige Kuppel ruht nur auf vier Pfeilern und scheint deshalb über dem Raum zu schweben), konnte keiner der Bauleiter sicher wissen, was passieren wird. Und tatsächlich gab es zahlreiche Probleme beim Bau wie z. B. Mauerrisse. Erschwert wurde die Arbeit durch den großen Zeitdruck (nur fünf Jahre gewährte der Kaiser dafür) und den Tod des Architekten. Im Grunde war die Kirche ein gigantisches Experiment: Ihre Erbauer probierten Neues aus und lernten während der Bauzeit. Herausgekommen ist ein unvergleichliches Gebäude, das erdbebensicher ist und eineinhalb Jahrtausende überdauert hat.

Mich beeindruckt die Kühnheit des Unternehmens sowie der Mut, schwerwiegende Fehler zuzulassen. In unserer Kultur scheint es für alles Regeln zu geben. Wehe dem, der sich nicht daran hält! Auf dieser Basis kann niemals etwas Großartiges entstehen. Wir produzieren lediglich Gewohnheit und Mittelmaß. Dadurch genießen wir zwar Sicherheit und Bequemlichkeit, aber das genügt nicht, um der menschlichen Natur gerecht zu werden. Wir brauchen mehr atemberaubende Abenteuer (und damit meine ich gewiss nicht sinnlose Sprünge in die Tiefe, sei es aus einem Flugzeug heraus oder an einem Gummiseil von einer Brücke herab). Ich meine vielmehr die Lust am Schöpferischen, die Begeisterung für waghalsige, fantastische, verstiegene Ideen, das Aufgehen in der Gestaltung. Dazu gehört unbedingt der Mut zum Scheitern. Genau davon wünsche ich mir für uns alle mehr.

Durchhänger? Kein Problem!

Es ist neun Uhr am Vormittag und ich hänge schlaff in den Seilen. Keine Kraft, keine Lust, dafür aber Dauerregen und ein leichter Schnupfen. Was jetzt?

Für derartige Situationen kenne ich eine ganze Reihe hilfreicher Strategien:

  • Zuerst mal anerkennen, dass es ist, wie es ist. Bäume ausreißen ist nichts für jeden Tag. Durchhänger gehören zum Alltag. Zudem ist es normal, dass sich Sommer anders als Winter anfühlt. Wenn es den ganzen Tag nicht richtig hell wird, dann werden wir eben manchmal auch gar nicht erst richtig munter.
  • Wichtig zu wissen: Ich kann nicht verhindern, dass es mal zu Durchhängern kommt, ich kann aber beeinflussen, wie schlimm es wird.
  • Dann eine Entscheidung treffen: Ich werde mich nicht gehenlassen, sondern intelligent mit dem Durchhänger umgehen.
  • Als nächstes zu einer liebevollen Einstellung finden: Ich werde mich heute nicht überfordern, werde mich nicht peitschen, sondern geduldig mit mir sein.
  • Ich suche mir auf jeden Fall etwas zu tun. Aktivität kann sogar Depressionen vertreiben. Passives Herumhängen hingegen macht die Situation schlimmer.
  • Wenn ich eine ungeliebte Tätigkeit ausführe, schadet das meiner Laune nicht – sie ist ja ohnehin nicht gut. Wenn dann aber die Sache am Ende erledigt ist, stellt sich ein Triumphgefühl ein. Ich bin stolz auf mich und fühle mich tüchtig – das Gegenteil vom Durchhänger! Also suche ich mir wenn möglich eine Beschäftigung, die ich grundsätzlich nicht besonders mag.
  • Manchmal hilft es auch, einen starken Kaffee zu trinken – das kann Wunder bewirken. Ich bin danach manchmal sogar leicht euphorisiert.
  • Sehr wirkungsvoll gegen Durchhänger ist auch, sich mit anderen Menschen zu beschäftigen. Es lenkt von der eigenen Befindlichkeit ab.
  • Wichtig  bei jedem Durchhänger: die Kontrolle der Gedanken! Man darf sich selbst nicht so ernst nehmen. Bloß nicht grübeln! Das wäre unproduktiv und würde die miese Stimmung verstärken.
  • Licht und Bewegung tun grundsätzlich gut. Ein Spaziergang mit den Hunden ist da genau das Richtige.

Vermutlich muss jeder ausprobieren, was ihm gegen einen kleinen Winterblues am besten hilft. Bei mir ist das immer irgendeine Form von Aktivität. Sie bringt mich wieder in Schwung und ich vergesse, dass ich heute ja eigentlich nicht gut drauf bin…

Immer einen Schritt nach dem anderen!

Die Vorweihnachtszeit kann ganz schön anstrengend sein! Da ich eine sehr große Familie habe, gibt es viel fürs Fest vorzubereiten. Hinzu kommt noch die ganze Weihnachtspost für meine Kunden; und obendrein muss ich im Laufe des Monats vertragsgemäß mein neues Buchmanuskript fertigstellen und an den Verlag schicken. Daneben läuft der ganz normale Alltag weiter mit seinen vielen Herausforderungen und nervigen Kleinigkeiten. Da kann man schnell mal aus der Puste kommen…

Muss man aber nicht! Zugegeben: Ich arbeite in diesen Wochen mehr als sonst. Aber das geschieht nicht als Reaktion auf einen inneren Antreiber, der die Peitsche schwingt und dabei ruft: „Du musst noch…Beeil dich!“ Denn ich bin fest entschlossen, die Zeit zu genießen und mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Es ist eine schöne Jahreszeit, die ersten Fröste, der Duft von Frischgebackenem, die vielen Kerzen und Lichter – alles Dinge zum Genießen. Und auch meine Tätigkeiten sind toll: Ich freue mich, so vielen Familienmitgliedern und Freunden etwas zu schenken, so vielen sympathischen Kunden zu schreiben und nicht zuletzt bin ich dankbar für die Gelegenheit, für einen so tollen Verlag an einem so schönen Thema schreiben zu dürfen. Ich bin fest entschlossen, mir all die Freude nicht durch Stress verderben zu lassen. Deswegen gehe ich bewusst und zügig einen Schritt nach dem anderen, aber ohne Hast. Ich bin bei allem, was ich tue, präsent und freue mich daran. Mein Arbeitstag hat zwar nun ein paar Stunden mehr als sonst – aber was macht das schon?! Es sind schöne Stunden, sie machen mich froh. Das ist schließlich das Wichtigste im Leben.

Schön langsam!

Leistung ist Arbeit durch Zeit. Diese Gleichung kenne ich noch sehr gut aus dem Physikunterricht. Sie gilt aber nicht nur für diese Disziplin, sondern bekanntermaßen auch fürs Arbeitsleben. Ein Mitarbeiter, der in kurzer Zeit viel schafft, ist ein guter Mitarbeiter. Ein leistungsstarker Mensch ist ein wertvoller Mensch. Wir haben dieses Prinzip wohl beinahe alle verinnerlicht. Darum hetzen wir durch den Arbeitsalltag, immer bestrebt, so viel wie irgend möglich innerhalb einer festgesetzten Zeitspanne zu erledigen. Vielen bekommt das gar nicht, sie leiden unter Stress und müssen damit rechnen, dass das Stresshormon Cortisol sogar langfristig ihren Körper schädigt.

Vorgestern wurde mir wieder einmal ein ganz anderes Prinzip bewusst: Wer möglichst viel in möglichst kurzer Zeit fertigstellen will, hat keine Gelegenheit, seine Arbeit zu genießen. Ich hatte mich so gut organisiert, dass mir plötzlich unerwartet viel Zeit für eine bestimmte Aufgabe zur Verfügung stand. Ich erledigte sie zügig, ohne Bummelei, aber auch ohne Eile. Dabei merkte ich sehr deutlich, dass ich genoss, was ich tat. Ich konnte meine Arbeit mit Achtsamkeit erledigen und im Tun aufgehen. Indem ich ganz bei der Sache war, konnte sich ein Gefühl der Freude und Befriedigung einstellen. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Essen: Wer seine Mahlzeit herunter schlingt, schmeckt nicht viel davon. Außerdem muss er mit Verdauungsproblemen rechnen. Essen wird erst zum Genuss, wenn man sich ausreichend Zeit lässt.

Vielleicht sollten wir öfter mal ungehorsam sein und uns dem gängigen Leistungsprinzip verweigern. Wer viel in kurzer Zeit erledigt, fühlt sich dabei nicht unbedingt gut und bringt sich allzu oft um den Genuss der Hingabe. Letzten Endes geht es doch darum, das Beste aus der Lebenszeit zu machen. Genussvolles Arbeiten gehört ganz bestimmt dazu!

Erfolg lässt Flügel wachsen

Diese Woche habe ich ein wichtiges Teilziel meiner Karriere erreicht. Monatelang hatte ich darauf hingearbeitet. Es waren Anstrengungen mit diesem Ziel verbunden, von denen ich nicht sicher war, ob ich sie bewältigen würde. Eine echte Herausforderung also, ein Abenteuer. Aber die Sache schien mir sehr reizvoll und der Mühsal wert. Als es dann darauf ankam, habe ich beste Leistung abgeliefert.

Anschließend, bei meiner Heimkehr, hatte ich zu meiner eigenen Überraschung keine Lust zu feiern. Mein Verstand sagte mir zwar, dass ich nun das Recht hätte, mich ein wenig auszuruhen und es mir gut gehen zu lassen, aber tatsächlich verspürte ich größte Lust, mit dem nächsten Projekt anzufangen. Schreibtisch- statt Liegestuhl. Ich war überrascht, wie sehr mich der Erfolg beflügelte und mich antrieb, meine Arbeit fortzuführen.

Bestätigung ermutigt und motiviert. Eigentlich müsste das jeder wissen, der Menschen führt. Im beruflichen Alltag werden Mitarbeiter jedoch überwiegend kritisiert. Leistung findet zu wenig Anerkennung und wird zu selbstverständlich genommen. Die vielen kleinen Erfolge des Arbeitsalltags bleiben unbeachtet. Wenn Vorgesetzte überhaupt hinschauen, sehen sie vor allem Fehler und Versäumnisse. Wie dumm! Hätten sie Augen für die Leistungen ihrer Mitarbeiter, würden sie damit die Motivation fördern und zu weiteren Anstrengungen ermutigen. Aber dazu müssten sie eben die Erfolge sehen und wertschätzen. Menschen wachsen nun einmal nicht, wenn man sie niedermacht.

Da bleibt uns nur eines zu tun übrig: Wir müssen uns unsere Erfolge selbst bewusst machen, uns die eigene Leistung deutlich vor Augen führen und uns daran freuen; stolz sein auf das, was wir geschafft haben! Dieses Bewusstsein beflügelt und treibt zu neuen Leistungen an. Das ist überhaupt das Wichtigste: dass wir uns unser eigenes Urteil über uns bilden und so unabhängig wie möglich von der Bewertung durch andere werden.

 

 

Wie ein Bulldozer

Diese Woche habe ich das Gefühl, dass mir meine Aufgaben über den Kopf wachsen. Es gibt sehr viel zu tun und leider läuft auch nicht alles rund. Neulich bin ich deswegen nachts aufgewacht und habe darüber nachgedacht, wie ich den kommenden Tag am besten nutzen könnte. Ganz schlecht! Die Nachtruhe darf nicht unter dem Tagesgeschäft leiden und wenn wir so richtig eingespannt sind, ist es erst recht wichtig, genug zu schlafen. Also was tun?

Als erstes habe ich mir die Erlaubnis gegeben, mir so viel Zeit zu geben, wie ich eben brauche. Das hat dann auch mein Lektor letzten Endes akzeptiert. Mehr als arbeiten geht nicht. Anschließend habe ich mich auf die Dinge konzentriert, die sowohl wichtig als auch eilig sind. Nur die sind für den Augenblick von Bedeutung. Ich arbeite kontinuierlich daran, setze mich aber nicht unter Druck. Ich vergleiche mich selbst in solchen Situationen gern mit einem Bulldozer: Langsam und stetig kann er sehr viel bewegen. Ich habe meine Ziele fest im Blick und bleibe unbeirrbar dran. Das sture Vorwärtsgehen bringt große Erfolge und schlafen kann ich auch wieder gut. Er stimmt eben doch, dieser Spruch: „Leben heißt unterwegs zu sein und nicht, möglichst schnell anzukommen.“

Arbeit und Persönlichkeit

Ich ermutige meine Kunden stets, ihren Job auf ihre eigene Weise zu tun. Jede Arbeit bietet Spielräume, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick monoton erscheinen mag. Diese Freiräume gilt es zu nutzen. Es wirkt sehr befriedigend, wenn wir eine Arbeit auf unsere eigene Weise und im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit verrichten. Zudem stellt die individuelle Gestaltung der Arbeit einen einzigartigen Beitrag dar. Da kommt etwas zum Ausdruck, das nur wir der Welt in dieser Form geben.

Diese Woche haben mir die Teilnehmer eines Deeskalationstrainings sehr deutlich vor Augen geführt, wie sehr es sich dabei doch um eine wechselseitige Beziehung handelt: Mit unserer Persönlichkeit können wir Arbeit gestalten und die Arbeit wiederum beeinflusst unsere Persönlichkeit.

Meine Seminarteilnehmer haben es mit einem sehr schwierigen Klientel zu tun. Indem sie sich auf ihr Klientel einlassen, entwickeln sie zahlreiche Fähigkeiten: Geduld, Dankbarkeit, Einfühlungsvermögen, kommunikatives Geschick, Frustrationstoleranz, Selbstbehauptung, Mut, strategisches Geschick und vieles mehr. Ihre Arbeit macht sie schon in jungen Jahren zu reifen Persönlichkeiten. Ich war von diesen Menschen wirklich beeindruckt. Dabei gilt ihr Job keineswegs als spektakulär. Sie haben all diese Seiten nur deshalb in sich kultivieren können, weil sie sich auf ihre Arbeit mit großer Ernsthaftigkeit eingelassen haben.

Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme: Arbeit ist eine große Chance zur Persönlichkeitsentwicklung, eine, die wir unbedingt nutzen sollten. Und ich denke einmal mehr an John Ruskin, der schrieb: „Nicht, was er mit seiner Arbeit verdient, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird.“