Archiv für den Monat: Oktober 2018

Nur das Ergebnis zählt!

Irgendwo habe ich einmal den Satz gelesen: „Mit dem, was man zu tun vorhat, kann man sich keinen Namen machen.“ Die Wahrheit dieses Satzes erlebe ich regelmäßig, wenn ich bei einer Veranstaltung als Autorin vorgestellt werde und mir dann anschließend jemand berichtet, er selbst habe auch vor, ein Buch zu schreiben. Ich fürchte, nicht mal 10% derjenigen, die mir von diesem Plan erzählen, setzen ihr Vorhaben in die Tat um.

Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Nicht nur, dass ein Vorhaben allein zu wenig ist; auch das daraus resultierende Handeln ist bedauerlicherweise häufig ungenügend. Das liegt keineswegs immer an mangelnden Fähigkeiten, sondern viel öfter noch am falschen Fokus. Nehmen wir als Beispiel die Arbeitswelt:

Dort wird man fast immer für seine Arbeit bezahlt, statt für die Ergebnisse, die man damit erzielt. Unternehmen stellen aber doch Mitarbeiter ein, damit diese dazu beitragen, die Einnahmen des Unternehmens zu sichern und zu steigern. Und diese Einnahmen müssen höher liegen als die Kosten, die der Mitarbeiter verursacht. Nur dann wird das Unternehmen im Wettbewerb bestehen können, nur dann ist es in der Lage, auch weiterhin Löhne zu bezahlen. Deshalb müsste jeder Mitarbeiter im Grunde dafür bezahlt werden, dass er seinen Beitrag zum Überleben und Wachstum des Unternehmens leistet. In der Praxis wird man jedoch überwiegend für Arbeit bezahlt statt für Ergebnisse. Deshalb gibt es immer noch Beschäftigte, die zumindest einen Teil ihrer Zeit auf sinnlose Aktivitäten verwenden. Man wird in erster Linie für Fleiß und Zeit bezahlt, aber weniger für Ergebnisse. Aktivitäten sollten jedoch nicht mit Leistung verwechselt werden.

Leider kommt diese Verwechslung ständig vor, und zwar bei Mitarbeitern genauso wie bei Führungskräften. Das liegt daran, dass sich kaum jemand mit dem Unternehmen und seinen Zielen identifiziert. Man denkt nur an die eigenen Interessen, statt Verantwortung für das Ganze zu übernehmen. Und solange das so bleibt, werden Unternehmen weit hinter dem zurückbleiben, was sie leisten und werden könnten.

Trotz allem glücklich arbeiten

Drei Faktoren haben unsere Arbeitswelt innerhalb relativ kurzer Zeit stark verändert: die Globalisierung, die Liberalisierung der Märkte sowie die Digitalisierung. Für viele Menschen ist nichts Gutes daraus entstanden. Wenn man Menschen über ihre Arbeit sprechen hört, dann gibt es sehr viel mehr Klagen als Jubel. Zahlreiche Studien belegen die Misere Jahr für Jahr aufs Neue. So erbrachte beispielsweise die Bevölkerungsbefragung der ManpowerGroup Deutschland 2017, dass nur 55% der Beschäftigten mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind. Die Gallup Engagement Studie belegt alljährlich aufs Neue, dass die Menschen sich immer weniger ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen und weit davon entfernt sind, sich mit den Unternehmenszielen zu identifizieren. Der AOK Fehlzeiten Report sowie der DAK-Gesundheitsreport belegen die Folgen menschenfeindlicher Arbeitsbedingungen für die Gesundheit. Zahlreiche andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Die Menge der verordneten Psychopharmaka hat sich zwischen 2008 und 2013 angeblich mehr als verdoppelt. Es gibt noch etliche andere Indikatoren für das weitverbreitete Unglück am Arbeitsplatz…

Das sind bedrückende Zustände. Bedauerlicherweise besitzt keiner von uns die Macht, – ganz gleich, an welcher Stelle er in irgendeiner Hierarchie (ob Wirtschaft oder Politik) sitzen mag – das Steuer herumzureißen. Längst hat sich in der Wirtschaft eine Eigendynamik entwickelt. Wie schützen wir uns davor? Wie schaffen wir es, trotz allem ein gesundes und sogar erfülltes Arbeitsleben zu führen?

Ich behaupte, dass das durchaus möglich ist. Denn das Glück besitzt schließlich immer die Qualität des Trotzdem. Die Umstände werden nie perfekt sein. Ob im Privat- oder Berufsleben – es gibt immer etwas, das uns nicht gefällt und das wir gerne anders hätten. Glück ist, wenn man sich trotzdem freut. Und das ist letzten Endes eine Fertigkeit, die sich entwickeln und kultivieren lässt. In meinem neuen Buch gehe ich ausführlich auf die ungezählten Möglichkeiten ein, mit denen sich der Arbeitstag nicht nur besser durchstehen lässt, sondern sogar mit vielfältigen glücklichen Episoden bereichert werden kann. Der Leser erhält zahlreiche Anregungen, mit denen die eigene Arbeit zu einer positiven Erfahrung wird – trotz allem, was dagegen zu sprechen scheint. Es gibt tatsächlich viele Strategien, mit deren Hilfe wir die Arbeit genießen können statt uns frustriert und entmutigt zu fühlen. Arbeitsfreude ist keineswegs ein Glücksfall, sondern letzten Endes eine spezielle Lebenskunst.