Machtvoll handeln!

Macht ist ein Aspekt jeder zwischenmenschlichen Beziehung, sei sie beruflich oder privat. Das lässt sich weder leugnen noch diskutieren. Um so erstaunlicher, dass es Menschen gibt, die mit Macht nichts zu tun haben wollen oder nicht wahrhaben wollen, dass sie mächtig sind. Sie nutzen ihre Spielräume nicht und verschenken die Chance, Einfluss zu nehmen.

Neben der formellen Macht, die hierarchisch definiert ist, gibt es die informelle Macht, die oft noch sehr viel wirksamer ist. Denn nicht die offizielle Rolle entscheidet über die Machtfrage. Wie mächtig jemand tatsächlich ist, hängt vielmehr davon ab, welchen Machtumfang der Betreffende anstrebt und wie entschlossen er dabei agiert. Niemand ist wirklich machtlos. Es existieren zahllose Möglichkeiten, Dinge im eigenen Sinn zu beeinflussen. Macht kennt viele Spielarten. Sie kann offen oder verdeckt ausgeübt werden, kann Kampf oder heimliche Manipulation sein, kopflose Aggression oder wohlüberlebte Taktik.

Wir stehen der Macht allzu oft skeptisch gegenüber. Viel zu viele Menschen sind unentschlossene Zauderer. Statt vorzutreten und tatkräftig anzupacken, machen sie sich unsichtbar und warten ab. Manch einer hält es gar grundsätzlich für verwerflich, Macht auszuüben oder auch nur danach zu streben. In Wahrheit ist Macht weder gut noch schlecht. Sie stellt lediglich ein unverzichtbares Werkzeug dar, um ein Ziel zu verfolgen. Wer keine Macht besitzt, wird nichts ausrichten können. Natürlich besteht immer die Gefahr des Machtmissbrauchs, aber letzten Endes ist es ein Kennzeichen der guten Dinge, dass man sie missbrauchen kann.

Wer leichtfertig auf die Ausübung seiner Macht verzichtet, schafft damit nicht etwa einen machtfreien Raum, sondern überträgt lediglich seine eigene Macht auf andere. Er drückt sich vor der Verantwortung, will nichts entscheiden und für nichts geradestehen. Wir brauchen jedoch in allen Bereichen des Lebens Menschen, die bereit sind, die Dinge in die Hand zu nehmen, Entscheidungen zu treffen und dafür die Verantwortung zu tragen. Wir müssen bereit sein für die Macht, wenn wir die Dinge zum Guten verändern wollen.

Aus diesem Grund kann die Arbeitswelt keine passiven Mitarbeiter brauchen. Ein Angestelltenverhältnis entbindet nicht von der Verantwortung für das Ganze!

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