No risk, no life!

Kürzlich wurde mir leidenschaftlich widersprochen, nachdem ich auf Facebook einen Beitrag über Risikofreude veröffentlicht hatte. Ich selbst bin sehr dafür, regelmäßig Risiken einzugehen, nicht tollkühn, sondern wohlkalkuliert, aber eben durchaus mutig.

Mein Plädoyer für Risikofreude traf auf heftigen Widerspruch. Ein Kommentator meinte, das Wohlbefinden käme niemals von der Risikofreude, sondern nur von der Freiheit. Ach ja? Und woher kommt wohl die Freiheit?

Für mich bedeutet Freiheit, dass ich tun kann, was ich möchte; denken, was ich will und glauben, was ich für richtig halte. Wenn ich frei bin, treffe ich meine eigenen Entscheidungen. Wer aber das Risiko scheut, kann nicht entscheiden. Seine Angst tut das für ihn. Angst engt ein, begrenzt den Horizont der Möglichkeiten. Angst führt zu furchtsamem Erstarren, aber niemals zur Freiheit. Je freier wir sein wollen, desto risikofreudiger müssen wir sein. Indem wir zu Risiken bereit sind, erschließen wir uns Stück für Stück die Welt und machen uns vertraut, was zuvor fremd und womöglich sogar furchteinflößend war. Wir erweitern unsere Freiheitsgrade, wenn wir auf unbekanntes Terrain vorstoßen. Da wir nicht sicher voraussagen können, was uns dort erwartet, müssen wir eben mutig sein. Risikofreudig. Risiko und Freude gehen häufig Hand in Hand:  „No risk, no fun.“

Schlimmer noch: No risk, no life! Ohne Risikobereitschaft sind wir Gefangene und die Angst wird zu unserem Kerkermeister. Das ist kein Leben. Lebendigkeit bedeutet, sich einzulassen, Neues zu erfahren, sich selbst zu erproben. Auf diese Weise entwickeln wir uns weiter, wir lernen und reifen. Und dabei erweitern wir nebenbei auch unsere Freiräume. Nur so funktioniert es! Angenehm ist das nicht immer. Aber Wohlbefinden hätte keinen Wert, wäre es nicht durch sein Gegenteil definiert. Wir können uns eben nur richtig gut fühlen, wenn wir auch das Unbehagen kennen.

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