Archiv für den Monat: Juni 2017

Profil zeigen!

Zu meinem Profil gehört das Engagement für mehr Arbeitsfreude. Ich setze mich auf vielerlei Weise dafür ein, dass Menschen Wege finden, ihre Arbeit zu genießen. Und ich kenne zahlreiche Wege, auf denen das funktioniert. Ich selbst liebe meine Arbeit, arbeite viel und gerne. Ich kenne auch die wissenschaftlichen Untersuchungen, die erklären können, warum Arbeit grundsätzlich wichtig für unsere Psyche ist. Daher stehe ich erkennbar für ein erfüllteres Arbeitsleben. Meine Überzeugung, dass wir bewusster und mit mehr Begeisterung arbeiten könnten, macht mich angreifbar, weil ich meine Haltung auch öffentlich mache. Ich zeige ein klares Profil, und wer Profil zeigt, macht sich unweigerlich angreifbar.

Natürlich ist es nicht schön, angegriffen zu werden. Nicht jeder Angreifer argumentiert sachlich. Die Angelegenheit wird schnell persönlich. Das muss man aushalten und manche Kritik einfach abschütteln können. Denn was wäre die Alternative?

Wir brauchen doch Menschen, die für etwas stehen! Es kann nicht darum gehen, dass wir tagsüber unsere Arbeitszeit absitzen, stets mit Blick auf die Uhr, und dann am Feierabend unser Vergnügen suchen. Solch eine Existenz erscheint mir leer. Wir sind hier, um das Leben zu gestalten, uns einzubringen. Ich liebe diesen Satz von Karlfried Graf Dürckheim: „Es steht der Mensch in einem doppelten Auftrag: Die Welt zu gestalten im Werk und zu reifen auf dem inneren Weg.“

Und genau das wünsche ich mir: Mehr Menschen, die gestalten und Ideen haben, Menschen die erkennbar für etwas stehen, sich einsetzen, ein deutliches Profil zeigen – wir haben schon viel zu viele, die unsichtbar sind, weil sie funktionieren und gehorchen…

 

Der eigene Stil

„I did it my way“, sang Frank Sinatra einst. Aber was bedeutet es, einen eigenen Stil zu haben? Und warum sollte das erstrebenswert sein?

Menschen mit Stil fallen auf. Sie heben sich von der Masse ab. Sie zeigen Persönlichkeit, und genau so bringen sie sich auch ein: mit einer für sie typischen Art. Sie sind auf ganz unangestrengte Weise originell. Unverwechselbar eben. Menschen mit Stil haben Werte/Vorlieben/Eigenheiten und dazu stehen sie. Es verunsichert sie nicht, wenn andere ihre Werte nicht teilen oder an ihren Eigenheiten Anstoß nehmen. Sie bleiben ihrem Kurs treu – mit der größten Selbstverständlichkeit der Welt. Nicht jeder wird den unverwechselbaren Stil eines solchen Menschen zu schätzen wissen, aber es ist schwer, stilvollen Menschen den Respekt zu versagen. Ihre selbstsichere Individualität imponiert. Dieter Bohlen ist ein gutes Beispiel dafür. Seit vielen Jahren besitzt er einen hohen Bekanntheitsgrad und er hat ganz sicher einen eigenen Stil, aber längst nicht jeder bringt ihm dafür Sympathie entgegen. Dieter Bohlen scheint das nicht zu interessieren. Er folgt unbeirrt seinem eigenen Kurs und ist damit sogar außerordentlich erfolgreich.

Warum lohnt sich der eigene Kurs? Es geht sicher nicht darum, so erfolgreich zu werden wie ein Dieter Bohlen. Der eigene Stil schenkt uns vielmehr eine große Unabhängigkeit und Gelassenheit. Menschen mit Stil fragen sich nicht ständig, ob sie genügen und alles richtig machen. Sie passen sich nicht gedankenlos an, versuchen erst gar nicht, es allen recht zu machen und stellen keine Vergleiche an, um sich zu bestätigen. Sie machen selbstsicher ihr Ding und fühlen sich damit wohl. Sie brauchen niemandem etwas beweisen, sie haben es nicht nötig, um Bestätigung zu betteln. Es ist ein innerer Geisteszustand und er setzt zwei Dinge voraus: eine gute Selbstkenntnis und eine gehörige Portion Selbstakzeptanz.

Auf dieser Basis wird der eigene Stil zu einer großartigen Sache. Denn so finden wir zu uns selbst und werden ganz. Die Welt braucht noch viel mehr solcher Menschen.