Falsch entschieden? Macht nix!

Wir neigen in unserer Gesellschaft fast alle ein wenig zum Perfektionismus. Wir wollen alles möglichst gut machen. Dazu gehört auch die Angst vor falschen Entscheidungen. Wir wollen keine Entscheidung bereuen müssen. Ich beobachte beispielsweise jedes Jahr aufs Neue die Angst der Eltern, beim Schulwechsel ihrer Kinder etwas anderes als die allerbeste Schule auszusuchen. Im beruflichen Coaching bin ich laufend mit den Entscheidungsnöten meiner Kunden konfrontiert. Man will ja nichts falsch machen.

Natürlich sind Leichtfertigkeit oder gar Tollkühnheit nicht empfehlenswert. Aber die ewige Angst vor Fehlentscheidungen kostet unendlich viel Energie und führt zuweilen sogar zu einer Lähmung. „Soll ich beim Meeting meine Meinung sagen oder vorsichtshalber still bleiben?“ ist ein Beispiel dafür. Wer aus Angst vor Gegenwind lieber nichts sagt, hat keinen Einfluss auf das Geschehen und muss dann mit den Entscheidungen der anderen leben. Und dem Bewusstsein, feige gehandelt zu haben. Und er wird nie wissen, was passiert wäre, wenn er den Mund aufgemacht und Stellung bezogen hätte.

Ich plädiere deshalb für mehr Risikobereitschaft. Eine Prise Abenteuerlust. Wir müssen nicht alles richtig entscheiden. Wir machen ohnehin unvermeidlich Fehler. Das ist nicht so gefährlich wie die meisten von uns glauben. Denn auch nach einem Fehler geht es immer weiter. Manche Fehlentscheidungen lassen sich sogar revidieren. Aus Fehlentscheidungen geht man klüger hervor. Aus Fehlern entsteht regelmäßig auch etwas Gutes, denn nichts ist eindeutig. Wir müssen nur unseren Blick für das Gute im Schlechten schärfen.

Wer im Leben vorankommen will, muss auf jeden Fall bereit sein, seine Fehlerquote deutlich zu erhöhen. Dazu gehören ganz sicher auch Fehlentscheidungen.

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