Archiv für den Monat: März 2017

Beharrlich und flexibel

Auf Facebook habe ich kürzlich den Satz gelesen: „Wenn der Plan nicht funktioniert, ändere den Plan, aber niemals das Ziel.“

Was wie Entschlossenheit und Stärke daherkommt, ist in Wirklichkeit eine Dummheit. Denn es stimmt zwar, dass Beharrlichkeit eine unverzichtbare Eigenschaft darstellt, wenn man große und lohnende Ziele verwirklichen will. Ich mag dieses Zitat von Calvin Coolidge, und es beeindruckt mich immer wieder aufs Neue: „Nothing in this world can take the place of persistence. Talent will not; nothing is more common than unsuccessful men with talent. Genius will not; unrewarded genius is almost a proverb. Education will not; the world is full of educated failures. Persistence and determination alone are omnipotent.“

Das sind starke Worte. Und dennoch: Beharrlichkeit kann sehr gefährlich werden, wenn blinde Sturheit daraus wird. Denn neben der Beharrlichkeit brauchen wir Flexibilität. Wir müssen in der Lage sein, auch reizvolle Ziele aufzugeben. Weil wir unterwegs feststellen, dass der Preis zu hoch ist; oder dass wir das Ziel falsch eingeschätzt haben; oder dass wir uns selbst falsch eingeschätzt haben. Auch Ziele haben ein Verfallsdatum… Hinzu kommt, dass wir nicht allmächtig sind. Manchmal können wir bestimmte Ziele nicht erreichen, weil sie nicht im Bereich unserer Möglichkeiten liegen.

Für Ziele gilt (wie für anderes auch) das Prinzip des Sowohl-als auch: Wir brauchen sowohl Beharrlichkeit, um ehrgeizige Ziele zu erreichen als auch die nötige Flexibilität, um ein Ziel aufzugeben, sobald wir merken, dass es nicht stimmig ist.

Information oder Intuition?

Diese Woche war ich mit einer Aufgabe konfrontiert, die mich zunächst völlig überforderte. Was tun? Natürlich erst einmal Informationen sammeln. Davon gibt es reichlich. Vor allem das Internet ist eine unerschöpfliche Fundgrube. Hinzu kommen all die Menschen, die bereitwillig Tipps geben und eigene Erfahrungen beisteuern können. An Informationsmaterial herrscht nun wirklich kein Mangel.

Das Ergebnis: Eine Nacht mit sehr wenig Schlaf. Die Angst, Fehler zu machen und Schaden anzurichten. Zweifel an meinen Informationsquellen. Es stimmt nämlich nicht, dass viele Informationen automatisch zu guten Entscheidungen führen. In meinem Fall gab es widersprüchliche Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Ich war erst einmal irritiert.

Schließlich habe ich intuitiv entschieden und scheine damit richtig zu liegen. Jedenfalls hat sich der gewünschte Erfolg eingestellt. Mein Fazit:

  1. Experten sind nicht so schlau und vertrauenswürdig, wie man glauben möchte.
  2. Die eigene Verwirrung lässt sich mit der Zahl der Informationen steigern.
  3. Ein Mehr an Informationen ist kein Garant für bessere Entscheidungen.
  4. Intuitive Entscheidungen können den rational getroffenen Entscheidungen durchaus überlegen sein.
  5. Manchmal muss man einfach etwas wagen.