Die Grenzen der Arbeitsfreude

Als Deutschlands einzige Expertin für Arbeitsfreude kenne ich viele Mittel und Wege, auch aus einem wenig prickelnden Job viel herauszuholen. Aber ich weiß auch um die Grenzen: Keiner meiner Tricks und Tipps ist geeignet, eine pausenlose Arbeitseuphorie herzustellen. Und das liegt nicht etwa daran, dass meine Methoden nicht wirksam wären, sondern es hat damit zu tun, dass unsere Biologie uns Grenzen setzt:

Glück entsteht vor allem, wenn wir etwas unerwartet Gutes erleben. Dann sind wir hellwach, wir merken uns diese Situation sofort und streben fortan danach, sie so oft wie möglich zu wiederholen. Glück soll uns beim Lernen helfen. Die Evolution nutzt Glücksgefühle, damit wir verstehen, was gut für uns ist und diese Erfahrung wiederholen. Da gibt es aber ein kleines Problem: Immer, wenn wir das Gute dann zur Gewohnheit gemacht haben, verschwindet das Glück. Aus Sicht der Evolution ist es ganz einfach nicht mehr nötig, unser nützliches Handeln mit Glücksgefühlen zu belohnen. Wir haben die Lektion ja gelernt.

Daher werden wir nun wieder losziehen auf der Suche nach neuen glückbringenden Erfahrungen. Wir sind einfach nicht für das Dauerglück geschaffen, sondern nur für dauerndes Streben. Für den Arbeitsalltag bedeutet das: Akzeptieren, dass der Job nicht jede Minute des Tages ununterbrochen Spaß bringen kann, Erwartungen also nicht zu hoch schrauben und stattdessen für Abwechslung sorgen. Je breit gefächerter die Tätigkeiten, desto mehr Glückspotential!

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