Das beste Arbeitsleben von allen

Mit dem Sommer ist auch die Urlaubszeit wieder da. Manche betrachten sie ja als die schönste Zeit des Jahres. Bei dieser Formulierung läuft es mir für gewöhnlich kalt den Rücken herunter. Wie lange dauert solch ein Sommerurlaub? Zwei Wochen? Oder drei? Jedenfalls bleiben dann noch knapp 50 Wochen im Jahr übrig. Wie steht man die durch, wenn die angeblich beste Zeit des Jahres vorbei ist?

Urlaub als Flucht aus dem Alltag? Auch keine attraktive Vorstellung. Schließlich kann es sich nur um eine Flucht auf Zeit handeln und dann? Fühlt man sich dann wieder wie im Gefängnis?

Besser: Urlaub als Möglichkeit zur Erholung. Ausspannen, in den Himmel blicken, ein bisschen wandern, etwas Schönes tun. Aber es darf nichts sein, wozu man sonst nie Zeit findet. Das hieße nämlich logischerweise, dass man in dieser Hinsicht die übrigen 50 Wochen im Jahr zu kurz kommt. Und natürlich ist Erholung nur dann wirklich schön, wenn man sich zuvor entsprechend angestrengt hat.

Für meine Familie und mich ist der Sommerurlaub immer eine Art von Ritual. Wir mieten ein Haus, und wer Zeit und Lust hat, ist dabei. Dann gibt es Fahrten und Wanderungen durch die herrliche Landschaft, viel gemeinsam verbrachte Zeit. Entspannung pur. Für mich persönlich ist es auch immer eine Zeit der Reflexion. Der räumliche Abstand von daheim ermöglicht einen klareren Blick. Bin ich noch auf Kurs? Welche neuen Projekte will ich in Angriff nehmen, was funktioniert für mich gut, was weniger? Jedes Jahr komme ich um einige Ideen reicher nach Hause zurück und kann es kaum erwarten, mich wieder in den Alltag zu stürzen.

Und ich meine: So sollte es sein. Das beste Arbeitsleben ist eines, von dem man keinen Urlaub braucht.

 

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