Traut euch was!

In der vergangenen Woche musste ich häufiger an den Satz der Autorin Susan Jeffers denken: „Have the fear and do it anyway!“. Ich war gleich mehrfach mit Situationen konfrontiert, in denen jemand heftige Angst empfand. Im Grunde ist Angst ja etwas Gutes, weil sie ein Warnsignal darstellt, das auf reale Gefahren aufmerksam macht. Aber in vielen Fällen erweist sie sich als lästig und hinderlich. Denn sie bremst und je öfter wir uns bremsen lassen, desto größer wird die Angst. Vermeidungsverhalten verstärkt sie.

Was also tun, wenn man Angst hat? Ganz einfach: Erst mal prüfen, ob die Gefahr wirklich so bedrohlich ist. Falls ja, gilt es, konkrete Schritte zum Schutz gegen diese Bedrohung zu unternehmen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Und wenn das nicht geht, muss die Angst eben ausgehalten und bekämpft werden. Ich beobachte immer häufiger, dass Angst zur schlechten Denkgewohnheit mutiert. Das Gehirn schaltet einfach in den Krisenmodus, auch wenn keine Krisensituation besteht. Menschen empfinden häufig schon Panik, wenn sie ganz normale Risiken eingehen sollen, ohne die eine gelungene Existenz nicht möglich ist. Aber wir müssen etwas wagen, sonst kommen wir im Leben nicht voran. Und wenn man merkt, dass das Gehirn die Angst zur schlechten Gewohnheit gemacht hat? Dann hilft folgendes:

  1. Innerlich auf Abstand gehen und erkennen, was los ist.
  2. Beschließen, sich von der Angst nicht bestimmen zu lassen.
  3. Konkrete Maßnahmen ergreifen, um dem Gehirn die schlechte Denkgewohnheit auszutreiben: Z.  B. hilft es, sich den „worst case“ vorzustellen. Dabei merkt man meist, wie lächerlich das ist oder aber, dass man auch mit dem schlimmsten denkbaren Ausgang ganz gut zurecht käme. Eine gute Alternative besteht auch darin, seine Gedanken zu kontrollieren. Ich kann dem Gehirn verbieten, permanent Katastrophenszenarien zu entwickeln und meine Aufmerksamkeit gezielt in eine andere Richtung lenken. Alternativ kann ich mich bewusst den Dingen zuwenden, die ich erfolgreich beeinflussen kann und fühle mich dann weniger hilflos. Wichtig ist auch, sich selbst zu vertrauen. Wir sind meist viel stärker und krisenfester, als wir glauben.

Das Gehirn darf nicht unter die Befehlsgewalt der Angst gestellt werden. Das müssen wir verhindern, sonst ist ein erfülltes Leben ausgeschlossen. „Die Welt gehört denen, die zu ihrer Eroberung ausziehen, bewaffnet mit Sicherheit und guter Laune.“, schrieb Charles Dickens. Recht hat er!

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