Schau mir in die Augen, Chef!

Eine Szene aus unserem Supermarkt: Ich stehe wartend in einer langen Schlange vor der Kasse. Da kommt ein groß gewachsener und gut aussehender junger Mann von der anderen Seite und nähert sich zielstrebig der Kassiererin. Er baut sich vor ihr auf, mit ausgestreckter Hand. Dabei lässt er seinen Blick über die Warteschlange gleiten. Die Kassiererin greift gehorsam seine Hand, die kurz geschüttelt wird. Sie sieht ihn dabei nicht an, sondern starrt auf das Band mit all den Einkäufen, die sie gerade einzuscannen im Begriff ist.

Dann wiederholt sich dieselbe Szene an den anderen beiden Kassen. Danach entfernt er sich mit großen Schritten und verschwindet irgendwo weiter hinten im Markt. Ich sehe die Kassiererin erstaunt an und frage sie, als ich endlich an der Reihe bin, wie sie die Situation empfunden hat. „Das macht der Chef immer so“, sagt sie nur. Sie weiß genau, was ich meine.

Leere Gesten. Irgendwo muss der Chef gelernt haben, dass es wichtig ist, die Mitarbeiter ernst zu nehmen, sie wahrzunehmen etc. Er hat die Botschaft offensichtlich gehört, aber leider nicht verstanden. Denn was nutzt die schönste Geste, wenn sie nicht von Herzen kommt?! Mir fällt ein Satz von Daniel Goleman dazu ein: „Es ist das vorrangige Bedürfnis eines jeden Menschen, zu FÜHLEN, dass er für den anderen existiert.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.