Archiv für den Monat: Juni 2015

Qualität macht glücklich!

Wenn ich mir so anschaue, wie schlampig und fehlerhaft manche Menschen arbeiten, dann bin ich nicht nur unzufrieden mit der schlechten Leistung mancher meiner Dienstleister, sondern ich staune auch über so viel Dummheit. Denn diese Menschen scheinen nicht zu wissen, was sie sich selbst mit ihrer mangelhaften Leistung antun. Sie glauben, Sie könnten es sich einfach machen, aber in Wahrheit machen sie sich unglücklich. Denn was gewinnen sie, wenn sie ihre Arbeit halbherzig erledigen? Wenn sie ohne innere Beteiligung handeln, allein aus dem Bedürfnis heraus, sich nicht anstrengen zu müssen? Sie sparen bestenfalls ein wenig Zeit und Energie. Gleichzeitig nehmen sie sich die Chance, ihr Tun zu genießen und stolz auf ihre Leistung sein zu können.

Wofür wollen diese Menschen eigentlich Zeit und Energie sparen? Gibt es denn etwas Befriedigenderes als eine Arbeit, die wohlgetan ist und auf die man zurecht stolz sein kann? Erfahren wir uns nicht intensiv in unserem Tun, sind wir nicht wirklich lebendig, wenn wir uns mit Hingabe einer Arbeit widmen? All dies geht demjenigen verloren, der meint, sich das Leben leichter zu machen, indem er seinen Job ohne Qualitätsansprüche erledigt.

Ich selbst tue meine Arbeit für gewöhnlich, so gut ich es vermag. Ich strenge mich an, ich bemühe mich darum, das Beste zu leisten, dessen ich fähig bin. Nicht immer ist das Ergebnis befriedigend, nicht alles gelingt. Beim nächsten Mal weiß ich dann, worauf ich achten muss, um noch besser zu werden. So hilft mir die Arbeit bei meiner Entwicklung, sie ermöglicht einen lebendigen Prozess, in dem ich ganz ich selbst bin und mich täglich neu erfahre. Ich habe kein Verständnis für diejenigen, die sich nicht anstrengen mögen, die nicht um Qualität bemüht sind, sondern ihre Zeit und Energie sparen wollen. Ich halte es vielmehr mit George Bernard Shaw, der schrieb: „I want to be thoroughly used up when I die, for the harder I work the more I live.“

Traut euch was!

In der vergangenen Woche musste ich häufiger an den Satz der Autorin Susan Jeffers denken: „Have the fear and do it anyway!“. Ich war gleich mehrfach mit Situationen konfrontiert, in denen jemand heftige Angst empfand. Im Grunde ist Angst ja etwas Gutes, weil sie ein Warnsignal darstellt, das auf reale Gefahren aufmerksam macht. Aber in vielen Fällen erweist sie sich als lästig und hinderlich. Denn sie bremst und je öfter wir uns bremsen lassen, desto größer wird die Angst. Vermeidungsverhalten verstärkt sie.

Was also tun, wenn man Angst hat? Ganz einfach: Erst mal prüfen, ob die Gefahr wirklich so bedrohlich ist. Falls ja, gilt es, konkrete Schritte zum Schutz gegen diese Bedrohung zu unternehmen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Und wenn das nicht geht, muss die Angst eben ausgehalten und bekämpft werden. Ich beobachte immer häufiger, dass Angst zur schlechten Denkgewohnheit mutiert. Das Gehirn schaltet einfach in den Krisenmodus, auch wenn keine Krisensituation besteht. Menschen empfinden häufig schon Panik, wenn sie ganz normale Risiken eingehen sollen, ohne die eine gelungene Existenz nicht möglich ist. Aber wir müssen etwas wagen, sonst kommen wir im Leben nicht voran. Und wenn man merkt, dass das Gehirn die Angst zur schlechten Gewohnheit gemacht hat? Dann hilft folgendes:

  1. Innerlich auf Abstand gehen und erkennen, was los ist.
  2. Beschließen, sich von der Angst nicht bestimmen zu lassen.
  3. Konkrete Maßnahmen ergreifen, um dem Gehirn die schlechte Denkgewohnheit auszutreiben: Z.  B. hilft es, sich den „worst case“ vorzustellen. Dabei merkt man meist, wie lächerlich das ist oder aber, dass man auch mit dem schlimmsten denkbaren Ausgang ganz gut zurecht käme. Eine gute Alternative besteht auch darin, seine Gedanken zu kontrollieren. Ich kann dem Gehirn verbieten, permanent Katastrophenszenarien zu entwickeln und meine Aufmerksamkeit gezielt in eine andere Richtung lenken. Alternativ kann ich mich bewusst den Dingen zuwenden, die ich erfolgreich beeinflussen kann und fühle mich dann weniger hilflos. Wichtig ist auch, sich selbst zu vertrauen. Wir sind meist viel stärker und krisenfester, als wir glauben.

Das Gehirn darf nicht unter die Befehlsgewalt der Angst gestellt werden. Das müssen wir verhindern, sonst ist ein erfülltes Leben ausgeschlossen. „Die Welt gehört denen, die zu ihrer Eroberung ausziehen, bewaffnet mit Sicherheit und guter Laune.“, schrieb Charles Dickens. Recht hat er!

Schau mir in die Augen, Chef!

Eine Szene aus unserem Supermarkt: Ich stehe wartend in einer langen Schlange vor der Kasse. Da kommt ein groß gewachsener und gut aussehender junger Mann von der anderen Seite und nähert sich zielstrebig der Kassiererin. Er baut sich vor ihr auf, mit ausgestreckter Hand. Dabei lässt er seinen Blick über die Warteschlange gleiten. Die Kassiererin greift gehorsam seine Hand, die kurz geschüttelt wird. Sie sieht ihn dabei nicht an, sondern starrt auf das Band mit all den Einkäufen, die sie gerade einzuscannen im Begriff ist.

Dann wiederholt sich dieselbe Szene an den anderen beiden Kassen. Danach entfernt er sich mit großen Schritten und verschwindet irgendwo weiter hinten im Markt. Ich sehe die Kassiererin erstaunt an und frage sie, als ich endlich an der Reihe bin, wie sie die Situation empfunden hat. „Das macht der Chef immer so“, sagt sie nur. Sie weiß genau, was ich meine.

Leere Gesten. Irgendwo muss der Chef gelernt haben, dass es wichtig ist, die Mitarbeiter ernst zu nehmen, sie wahrzunehmen etc. Er hat die Botschaft offensichtlich gehört, aber leider nicht verstanden. Denn was nutzt die schönste Geste, wenn sie nicht von Herzen kommt?! Mir fällt ein Satz von Daniel Goleman dazu ein: „Es ist das vorrangige Bedürfnis eines jeden Menschen, zu FÜHLEN, dass er für den anderen existiert.“