Das Ich als komische Figur

Ich habe mich in den vergangenen Tagen ein wenig mit Fachliteratur zum Thema „Humor“ beschäftigt. Nicht nur die Wissenschaft hat etwas dazu zu sagen, sondern es gibt auch kluge Gedanken dazu von Menschen, die Humor zu ihrem Beruf gemacht haben.

U.a. ging es dabei um die Frage, wie man komische Figuren für eine Comedy entwirft. Welche Eigenschaften machen eine Figur überhaupt komisch? Entscheidend dafür ist immer die sogenannte komische Perspektive: eine ganz spezielle Weltsicht, die die Figur auszeichnet und mit der sie sich von anderen unterscheidet. Je ausgeprägter diese Abweichung von der Norm ist, desto komischer wirkt die Figur. Will man also eine Comedy kreieren, muss man sich dazu ein paar charakteristische Eigenheiten für seine Figuren ausdenken. So stellt beispielsweise in der Serie „Two and a half men“ Charly Sheen einen unverbesserlichen Frauenhelden dar, der wegen seiner dysfunktionalen Mutter-Sohn Beziehung völlig auf seine sexuellen Abenteuer fixiert ist. So weit so gut.

Der Autor John Vorhaus wirft in seinem Buch über Humor nebenbei irgendwo die Frage nach der komischen Perspektive des Lesers auf. Jeder von uns hat irgendeine Fixierung auf ein Thema und eine bestimmte Sichtweise. Deshalb ist jeder von  uns grundsätzlich als Comedyfigur geeignet. Seither grübel ich darüber nach, wie ich selbst in eine Comedy hineinpassen könnte. Dabei beschleicht mich der Gedanke, dass die komische Geschichte längst begonnen hat und ich mich mitten darin befinde, ohne mir dessen bewusst zu sein… Höchste Zeit, dass ich endlich zu lachen beginne!

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