Frauen mit Autorität und Stil

In der vergangenen Woche habe ich beim Fernsehen einmal gezielt auf die Darstellung der weiblichen Rolle geachtet. Dass Frauen in etwas älteren Spielfilmen als rührend hilflos und niedlich rüberkommen, ist nichts Neues. Aber es gab auch durchaus moderne Filme, in denen die weibliche Protagonistin weinend zusammenbrach oder vor lauter Schreck handlungsunfähig war, sodass der Mann den aktiven Part übernehmen musste. Ich habe hingegen nicht eine einzige Szene gefunden, in der es sich umgekehrt verhielt.

Zugegeben – das waren alles nur Stichproben. Ich weiß, es gibt im Film auch Darstellungen von starken Frauen und schwachen Männern. Aber der Trend geht doch in die umgekehrte Richtung. Das finde ich wirklichkeitsfremd und sehr unbefriedigend. Und Shows wie „Germany’s next Topmodel“, „Der Bachelor“ u.ä. sind in meinen Augen ohnehin ein einziges Ärgernis. Ich wäre entsetzt, wenn eine meiner Töchter sich dort bewerben wollte.

Kürzlich erhielt ich den Auftrag, einen Vortrag für weibliche Unternehmerinnen zu halten zum Thema „Führen mit Autorität und Stil“. Diesen Auftrag habe ich sehr gerne angenommen. Wir haben weit mehr davon, Menschen zu stärken und ihnen zu zeigen, wie sie ihre Ressourcen nutzbringend einsetzen können. Der Gesellschaft ist nicht gedient, wenn der weiblichen Hälfte Hilfsbedürftigkeit suggeriert. die männliche Hälfte hingegen zur Stärke und Überlegenheit verdonnert wird. Damit ist niemandem geholfen. Beide Rollen sind ein furchtbares Korsett. Wann werden wir uns endlich davon befreien?

2 Gedanken zu „Frauen mit Autorität und Stil

  1. Leonhard Fromm

    Danke für die interessante Analyse. Auch mich ärgern die Stereotypen, die offenbar genommen werden, damit Zuschauer leichter „mitkommen“. In meiner Kindheit waren die Bösen in den Western schon unrasiert, trugen schwarze (staubige) Hüte und droschen auf ihr Pferd ein, während die Guten rasiert waren, immer well-dressed, weiße Hüte trugen und sanft waren. Damit werden leider unbewußt Bilder transportiet, die blind machen. Denn „Böse“ müssen nur weiße Hüte tragen und sich rasieren und ihre Mitbürger kommen ihnen nicht auf die Schliche.

    Antworten
    1. Marion Lemper-Pychlau Artikelautor

      Ja, so ist es in der Tat und es ist so unbefriedigend wie gefährlich, auch wenn ich bei der Beschreibung des Bösewichts mit weißem Hut laut herauslachen musste. Bei Frauenrollen gibt es ein ähnliches Stereotyp: Die bösen Frauen sind entweder furchtbar hässlich oder besonders verführerisch. Solange diese Klischees existieren, wird, wer klug ist, sie für seine Zwecke nutzen können. Und wer darauf hereinfällt, hat es im Grunde auch nicht besser verdient.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.