Augen auf für das Schöne!

Ein trüber und verregneter Sonntag. Der Frühling lässt auf sich warten. Seit einigen Tagen gibt es Sorgen in der Familie. Obendrein kämpfe ich noch mit den Folgen eines Eingriffs. Stimmungstief. Ich erledige ein paar Routinearbeiten im Haus. Beim Blumengießen fällt mein Blick auf die feine Zeichnung, die den Übertopf einer Pflanze schmückt. Ich schaue genauer hin: zarte Blüten, anmutig und liebevoll gezeichnet. Schlagartig fühle ich mich besser. Diese kleine Naturdarstellung auf meinem Übertopf ist doch tatsächlich in der Lage, Gefühle der Freude und Zuversicht in mir auszulösen. Es ist, als würde ein Schalter einfach umgelegt.

Im antiken Griechenland glaubte man an die seelische Heilkraft von Tönen. Ich bin fest überzeugt von der Heilkraft der Schönheit. Ich fürchte allerdings, dass das Bemühen um Schönheit zu sehr hinter dem Bemühen um Funktionalität zurücksteht. Die Notwendigkeit zur Schönheit wird oft nicht erkannt. Sie gilt als überflüssiger Luxus, den man sich eventuell gönnt, nachdem für alles andere bereits gesorgt ist. Die vielen tristen und vollkommen lieblos hergerichteten Gebäude der öffentlichen Verwaltung sind ein trauriges Beispiel dafür. Ich frage mich ernsthaft, welchen Einfluss solch eine hässliche Umgebung auf die Seelen der Mitarbeiter haben mag.

Andererseits können wir natürlich unseren Blick für all das Schöne um uns herum schulen. So lässt sich der Einfluss einer seelen- und geschmacklosen Umgebung begrenzen. Letzten Endes liegt es in unserer eigenen Verantwortung, wie viel Schönheit wir schaffen und erkennen. „Wer ein Herz für Schönheit hat, findet Schönheit überall.“ (Gustav Freytag) Also Augen auf!!!

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