Keine Macht den Vampiren!

Ich hatte vor einigen Tagen ein unangenehmes Gespräch mit einem Menschen, der sehr negativ ist. Das Gespräch begann ganz harmlos und nahm dann aufgrund der negativen Denkgewohnheit meines Gegenübers eine unerfreuliche Wendung. Plötzlich schienen nur Schwierigkeiten und trübe Aussichten zu existieren. Was auch immer ich dagegensetzte, wurde von meinem Gesprächspartner ignoriert oder entwertet. Ich kann nicht nachempfinden, warum mein Gegenüber so sinnlos negativ dachte und sprach. Noch weiß ich, wie diese Person so geworden ist. Aber ich wurde mir sehr deutlich bewusst, wie unwohl ich mich in diesem Gespräch fühlte.

Sehr bald beschloss ich, dass ich dieses Gespräch nicht fortführen würde. Ich würde diesem Menschen nichts mehr anbieten, das er dann entwerten oder für seine Negativität missbrauchen konnte. Da wir nebeneinander saßen und die Situation es nicht zuließ, dass ich mich einfach entfernte, verfiel ich kurzerhand in Schweigen. Statt mich meinem Gesprächspartner zuzuwenden, suchte ich mir umgehend ein konstruktives Thema und beschäftigte mich innerlich damit. Sofort fühlte ich mich besser. Mein Sitznachbar erkannte rasch, dass ich mich mental von ihm abgewandt hatte und ließ mich in Ruhe.

Es fiel mir nicht ganz leicht, mich so entschlossen abzugrenzen. Immerhin habe ich gelernt, dass es unhöflich ist, jemanden in dieser Form abzuweisen. Man darf seinen Gesprächspartner nicht anschweigen. Aber ich finde es tatsächlich noch viel unhöflicher, einen anderen Menschen so unnötig und kompromisslos in die Negativität zu drängen. Es kommt beinahe einem Gewaltakt gleich. Ich fühlte mich, als sei mein Gegenüber ein Vampir, der mir alle positiven Gefühle aussaugt. Es widerstrebt mir, solch einem Wesen Macht über mich zu verleihen. Auch wenn ich damit die Regeln der Höflichkeit verletze: Ich werde keinem Vampir erlauben, meine Freude und Hoffnung zu schmälern.

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