Denken auf hohem Niveau

Diese Woche habe ich wieder einmal meinen Vortrag zum Thema „Denkfehler“ gehalten. Es gibt klassische Denkfehler, auf die ich schon im ersten Semester meines Psychologiestudiums aufmerksam gemacht wurde. Dazu gehört beispielsweise die vielseits beliebte Verwechslung von Korrelation und Kausalität: Man meint, das gleichzeitige Auftreten zweier Phänomene müsste automatisch bedeuten, dass das eine das andere bedingt. Diesen Denkfehler machen u. a. die Krankenkassen, wenn sie die Liegezeiten der Patienten verkürzen. Es gibt Studien, die belegen, dass es Patienten mit langen Liegezeiten schlechter geht als Patienten, die bald nach einer OP die Klinik verlassen. Aber es ist natürlich nicht die lange Liegezeit, die einen Patienten krank macht. Es ist die Krankheit, die eine lange Liegezeit erforderlich macht!

Zum Glück hat die Natur uns ein Mittel gegen Denkfehler mitgegeben: unsere Fähigkeit zur Metakognition. Meiner Ansicht nach wäre es eine gute Idee, ein Schulfach daraus zu machen. „Wie benutze ich meinen Kopf?“ Wir sind nämlich in der Lage, über das eigene Denken nachzudenken. Wir können die Arbeitsweise unseres Gehirns beobachten, in Frage stellen und mitunter auch gezielt verändern. Warum machen bloß so wenige Menschen Gebrauch davon???

Ich bin in diesem Zusammenhang auf einen Spruch gestoßen, der sowohl erheitert als auch betroffen macht: „Wenn du tot bist, dann weißt du nicht, dass du tot bist. Es ist nur schwer für die anderen. Genauso ist es, wenn du blöd bist.“

Ein Gedanke zu „Denken auf hohem Niveau

  1. Hans-Georg Willmann

    Herzallerliebst! Das hat Klasse! Mir gefällt besonders das Sprichwort am Schluss. Ich klicke ja so ziemlich alles weg, was mir so ins E-Mail-Fach geflattert kommt, aber die alltagsintelligenten Beiträge von Frau Lemper-Pychlau machen Spaß 🙂 und sind für mich echt erhellend.
    Hans-Georg Willmann

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