Was ist wichtig?

Vor einigen Tagen bei uns im Einkaufszentrum: Zwei der drei Aufzüge waren außer Betrieb. Wer mit seinem voll beladenen Einkaufswagen in die Tiefgarage hinunter fahren wollte, musste lange anstehen. Blöde Situation, aber bedeutungslos. Dachte ich jedenfalls. Meine Mitmenschen teilten diese Haltung überwiegend nicht. Während ich mit meinen Einkäufen vor dem Aufzug anstand, hörte ich einen Mann hinter mir minutenlang vor sich hin schimpfen. Ein anderer war von der Situation so gestresst, dass er beim Einsteigen seinen mittelgroßen Hund heftig an der Leine riss. Das arme Tier fiel dabei gleich zweimal nacheinander auf den Rücken. Im ersten Untergeschoss stieg eine Dame zu, obwohl sie gar nicht wie ich ins zweite Tiefgeschoss wollte, ihr Ziel war vielmehr das Obergeschoss. Es kam ihr nur darauf an, sich einen Platz im Aufzug zu sichern. Dafür war sie bereit, sinnlos auf und ab zu fahren. Als ich schließlich bei meinem Auto ankam und meine Tüten einlud, wunderte ich mich, woher die Bezeichnung „Homo sapiens“ eigentlich kommt. Nach dieser Erfahrung schien sie mir wenig zutreffend zu sein.

Ich frage mich ernsthaft, warum diese Menschen so heftig auf defekte Aufzüge reagieren. Ich für meinen Teil gebe solch kleinen Unannehmlichkeiten keine Macht über mich. Ich erlaube ganz einfach nicht, dass derartige Dinge Einfluss auf meine Stimmung und meine Gedanken nehmen. Es ist ganz normal, dass im Alltag nicht alles rundläuft. Es existiert schließlich kein Recht auf funktionierende Aufzüge. Wozu also die Aufregung?! Sparen wir uns die Kraft lieber für Dinge, die unserer Aufmerksamkeit wert sind! Wir sollten bewusst entscheiden, welche Bedeutung einzelne Erfahrungen für uns besitzen. Ich jedenfalls weiß sehr genau, wo meine Prioritäten liegen.

 

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