Es lebe der Eigensinn!

Gestern habe ich in einem Zertifikatslehrgang für Führungskräfte mit meinen Teilnehmern zahlreiche Übungen zur Selbsterfahrung durchgeführt. Dabei wurde ganz deutlich die Einzigartigkeit jedes Einzelnen offenbar. Sie lässt sich gezielt für die Führungsarbeit nutzen. Ich wurde im Laufe des Tages geradezu euphorisch, als mir bewusst wurde, welche Schätze da zutage traten: Jeder meiner Teilnehmer verfügt über seine eigenen Ressourcen, die ihn von allen anderen unterschieden. Jeder hat etwas Besonderes zu geben.

Ich habe anschließend darüber nachgedacht, wie sehr wir dem Zwang zur Konformität unterliegen. Es wird immer so getan, als müsste man eine Aufgabe „richtig“ erledigen. Daraus entstehen dann zahllose Vorgaben, denen sich alle zu unterwerfen haben. Ich habe das noch nie gemocht und akzeptiert. „Dass du dich aber auch nie anpassen kannst!“, lautete ein häufiger Vorwurf meiner Mutter. Heute denke ich, ich habe mich viel zu oft viel zu sehr angepasst. Es wäre gut gewesen, jemand hätte mich darin unterstützt, meine Einzigartigkeit zu entdecken, zu kultivieren, zu nutzen und zu genießen. Aber damals war „Eigensinn“ noch ein Schimpfwort, mit dem man ungehorsame Kinder beschrieb.

Zum Glück bin ich schon lange kein Kind mehr und befinde mich derzeit in der glücklichen Position, Einfluss auf eine beträchtliche Anzahl von Menschen ausüben zu können. Ich nutze diese Möglichkeit, um den Eigensinn meiner Kunden zu unterstützen. „Schätze heben“ nenne ich das für mich. Mir liegt daran, Menschen zu ermutigen, ganz sie selbst zu sein. Ich bin mir sicher: Jeder von ihnen hat etwas Besonderes zu geben und sein Eigensinn ist ein Gewinn für diese Welt. So können Menschen einen großartigen und einzigartigen Beitrag leisten statt einfach nur die Norm zu erfüllen und nichts als Mittelmäßigkeit zu produzieren.

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