Was ich gut kann

Vorhin war ich im Laden meiner Lieblingsfloristin. Sie besitzt großes Geschick darin, Pflanzen jeder Art sehr phantasievoll und ansprechend zu präsentieren. Ich bin herumgegangen und habe all die Schönheit genossen. Ich bewundere das kreative Geschick meiner Floristin, ihr gutes Auge für ansprechende Arrangements und ich bedaure, es ihr nicht gleich tun zu können. Mir selbst fehlt die Vorstellungskraft. Ich kann Pflanzen nicht so geschickt zur Geltung bringen, würde es aber sehr gerne können.

Auf dem Heimweg habe ich dann darüber nachgedacht, wie wir mit unseren Fähigkeiten umgehen. Ich fürchte, ich habe über viele Jahre hinweg davon geträumt, bestimmte Dinge zu lernen und zu tun, für die ich kein Talent besitze. Musik machen zum Beispiel. Darüber habe ich vergessen, die Dinge angemessen zu schätzen, die mir liegen. Meine vorhandenen Talente schienen mir immer selbstverständlich zu sein.

Wir kommen im Leben weiter, wenn wir unsere Talente realistisch einschätzen. Wir sollten uns nichts vormachen und auch nicht auf Biegen und Brechen etwas erreichen wollen, für das wir nicht gemacht sind. Wir können nicht für alles eine Begabung mitbringen, weshalb uns vermutlich die eine oder andere Tür ein Leben lang verschlossen bleiben wird. Vielleicht ist das manchmal schmerzlich, aber es ist in Ordnung, denn es gibt noch genügend andere Türen, die uns offen stehen. Indem wir unseren tatsächlich vorhandenen Stärken viel Aufmerksamkeit widmen, werden wir zur besten Person, die wir sein können. Das reicht. Ich plädiere deshalb dafür, dass wir uns an dem freuen, was wir sind und haben, statt andere um etwas zu beneiden, für das wir nicht gemacht sind. Irgendein zeitgenössischer Philosoph schreibt dazu: „Selbstbewusstsein ist vor allem das Bewusstsein der eigenen Grenzen.“

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