Vertrauensbruch

Diesmal war das Ereignis der Woche sehr unerfreulich für mich. Ich habe einen Kooperationspartner, mit dem ich schon länger zusammenarbeite und dem ich vertraut habe. Nun bin ich rein zufällig dahintergekommen, dass er hinter meinem Rücken etwas inszeniert hat, das man nur als Vertrauensbruch bezeichnen kann. Es ging dabei um etwas Bedeutsames und Schwerwiegendes, nicht um eine Bagatelle.

Wie damit umgehen?

Spontan fällt mir dazu die Warnung des Kaisers Marc Aurel ein, einem Stoiker. Er riet: „Beginne jeden Tag, indem du dir sagst: Heute werde ich es mit Störungen, Undankbarkeit, Frechheit, Treulosigkeit, Feindseligkeit und Eigennützigkeit zu tun bekommen.“

Demnach wäre es meine eigene Schuld, dass ich nun fassungslos bin. Ich hätte es besser wissen können und sollen. Aber diese Haltung gefällt mir ganz und gar nicht, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Wenn ich von allen Menschen Schlechtes erwarte, werde ich es genau damit hervorrufen. Menschen verhalten sich tendenziell so, wie man sie behandelt.
  2. Es gibt mit Sicherheit Gutes im Menschen. Die stoische Haltung des Marc Aurel wird nicht jedem Menschen gerecht. Ich wäre demnach ungerecht, wenn ich von jedem Schlechtes erwarten würde.

Soll man also Menschen vertrauen, obwohl sie potentiell Vertrauen missbrauchen? Ja, tausendmal ja! Ich werde wieder vertrauen und das Beste vom anderen erwarten, auf die Gefahr hin, wieder hereingelegt zu werden. Mein Misstrauen muss man sich erst einmal verdienen!

Allerdings – dieser Kooperationspartner hat es sich gründlich verdient. Ich werde die Zusammenarbeit ein für allemal beenden.

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