Die Schranke im Kopf

Vor einigen Tagen konnte ich eine seltsame Szene im Parkhaus beobachten:

Die Schranke vor der Ausfahrt war defekt und stand deswegen dauerhaft senkrecht, sodass man ungehindert passieren konnte. Vor mir fuhren zwei Fahrzeuge in Richtung Ausfahrt. Beide Fahrer hielten an der Schranke an und bemühten sich, ihren Parkschein in den Automaten einzuführen. Der war jedoch ausgeschaltet und ließ sich nicht mit Parkscheinen füttern. Es dauerte eine ganze Weile, bis der erste Autofahrer merkte, was los war. Der zweite, dicht hinter ihm, verhielt sich genau wie sein Vordermann: Er versuchte, seinen Parkschein in den Automaten zu stecken, bemerkte die offene Schranke nicht und brauchte einige Augenblicke, bis er verstand, was los war.

Zuerst wurde ich ungeduldig, als ich das Verhalten der beiden Fahrer beobachtete. Dann war ich erheitert; die Szene hatte auf jeden Fall etwas Komisches. Zuletzt wurde ich nachdenklich:

Wie oft mag es wohl vorkommen, dass wir Hindernisse sehen, wo keine sind? Wie häufig mag es mir wohl selbst passieren, dass ich mich bremse, weil ich ein Hindernis vermute, das es nicht gibt? Franz Kafka hat geschrieben: „Verbringe deine Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.“

Was ich mir vornehme: Lieber fragen „Wie könnte es funktionieren?“ statt zu denken „Das geht bestimmt nicht.“ Und dann einfach mal machen. Letzten Endes kommt es darauf an, was wir versuchen. Ob wir damit Erfolg haben, ist gar nicht so wichtig.

Ein Gedanke zu „Die Schranke im Kopf

  1. Johne881

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