Arbeit und Persönlichkeit

Ich ermutige meine Kunden stets, ihren Job auf ihre eigene Weise zu tun. Jede Arbeit bietet Spielräume, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick monoton erscheinen mag. Diese Freiräume gilt es zu nutzen. Es wirkt sehr befriedigend, wenn wir eine Arbeit auf unsere eigene Weise und im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit verrichten. Zudem stellt die individuelle Gestaltung der Arbeit einen einzigartigen Beitrag dar. Da kommt etwas zum Ausdruck, das nur wir der Welt in dieser Form geben.

Diese Woche haben mir die Teilnehmer eines Deeskalationstrainings sehr deutlich vor Augen geführt, wie sehr es sich dabei doch um eine wechselseitige Beziehung handelt: Mit unserer Persönlichkeit können wir Arbeit gestalten und die Arbeit wiederum beeinflusst unsere Persönlichkeit.

Meine Seminarteilnehmer haben es mit einem sehr schwierigen Klientel zu tun. Indem sie sich auf ihr Klientel einlassen, entwickeln sie zahlreiche Fähigkeiten: Geduld, Dankbarkeit, Einfühlungsvermögen, kommunikatives Geschick, Frustrationstoleranz, Selbstbehauptung, Mut, strategisches Geschick und vieles mehr. Ihre Arbeit macht sie schon in jungen Jahren zu reifen Persönlichkeiten. Ich war von diesen Menschen wirklich beeindruckt. Dabei gilt ihr Job keineswegs als spektakulär. Sie haben all diese Seiten nur deshalb in sich kultivieren können, weil sie sich auf ihre Arbeit mit großer Ernsthaftigkeit eingelassen haben.

Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme: Arbeit ist eine große Chance zur Persönlichkeitsentwicklung, eine, die wir unbedingt nutzen sollten. Und ich denke einmal mehr an John Ruskin, der schrieb: „Nicht, was er mit seiner Arbeit verdient, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.