„Nein“ ist nicht genug

Ich hatte diese Woche gleich mehrfach Menschen in der Beratung, deren Anliegen es war, sich mit meiner Unterstützung besser abzugrenzen. Sei es, dass die Familie zu viel fordert, Kollegen übergriffig werden oder der Arbeitgeber unrealistisch hohe Leistungen erwartet. In all diesen Fällen wollten meine Kunden von mir wissen: Wie sage ich „nein“? Wie schütze ich mich vor all dem Druck? Wie komme ich innerlich zur Ruhe?
Natürlich kann ich meinen Kunden nun erklären, wie man geschickt Grenzen setzt. Und in vielen Fällen macht es auch durchaus Sinn, gute kommunikative Strategien zu lernen und zu nutzen. Aber das allein genügt noch nicht.
Vielmehr kommt es darauf an, genau zu wissen, was man will. In den Fällen, in denen ich selbst ganz genau weiß, worauf ich hinaus will, geschieht die Abgrenzung ganz automatisch. Ich muss dann nicht lange nachdenken, sondern merke sofort, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt. Meine Ziele verhelfen mir zu einer glasklaren Orientierung. Das „Nein“ kommt dann freundlich und selbstverständlich. Je stärker meine Orientierung ist, je bewusster meine Ziele sind, desto leichter fällt die Abgrenzung. Wo ich aber selbst nicht klar sehe, bringen mich die Forderungen der anderen schnell ins Schleudern.
Es ist sehr wichtig zu erkennen, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt. Dann sollten wir so schnell wie möglich klären, wie wir die Dinge statt dessen haben wollen. Letzten Endes ist es dieses „Statt dessen“, worauf es ankommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.